Gustav Holst - Anmerkungen zu Werken

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Anmerkungen zum Wesen und zu Besonderheiten von Werken
Gustav Holst - ein Komponist größtmöglicher Vielfalt
Gustav Holst ist - zumindest in Deutschland - fast ausschließlich durch seine große Orchester Suite "The Planets" bekannt. Dieses Werk ist allerdings äußerst prominent und hat sogar Kompositionstechniken von einigen Filmkomponisten geprägt - ganz besonders im Bereich des Science Fiction. Dazu ist aber anzumerken, dass das siebensätzige Werk nichts mit der Physis der Himmelskörper, sondern deren astrologischen Bedeutung zu tun - und, dass der Komponist das Werk in seiner Bedeutung bei weitem nicht so hoch angesetzt hat (wohl auch wegen der Popularität der Komposition und in den Erwartungen s einer Festlegung auf diesen Stil). Denn anders als manch andere - bezüglich Popularität - "Ein-Werk-Komponisten" ist das Spektrum an Verschiedenheit in den Werken Holsts äußerst vielfältig - sowohl bezüglich Kompositionstechniken, Ausdruck, Absicht, Anspruch, Sparten und Besetzung.
Gustav Holst schrieb große und kleinere Orchesterwerke und Orchester-Suiten, eine Jugend-Sinfonie, eine Chor-Sinfonie (von einer weiteren kurz vor seinem Tod begonnenen Sinfonie konnte er nur noch das Scherzo beenden) , große und kleinere Chorwerke mit Orchester (beide Gruppen von absoluter Musik bis inhaltlich auch außermusikalisch ambitioniert), Chor-Ballette, Bühnenmusiken, Musik für Streichorchester oder Bläser (Military Band oder Brass Band), Kammermusik, Klavierstücke, Chorstücke mit diverser instrumentaler Begleitung oder auch a cappella (einstimmig, mehrstimmig und zudem in unterschiedlichsten Besetzungen) Canons, Hymnen, Volksliedbearbeitungen, Lieder und nicht zuletzt auch sieben Opern - und sogar eine (verschollen gegangene) Filmmusik und einige Bearbeitungen von Werken anderer Komponisten (u.a. Purcell und J.S. Bach).
Diesen Kosmos an Vielfalt möchte ich durch meine kürzeren und manchmal auch längeren Anmerkungen zu vielen Werken aufzeigen und Sie neugierig auf ein intensivere Bekanntschaft mit dem Komponisten machen.
Ein paar kritische Anmerkungen zur musikgeschichtlichen Einordung der Musik Gustav Holsts:
Holst wird von der Musikwissenschaft öfters der Spätromantik zugerechnet. Das mag für ein paar der Frühwerke zutreffen, ist aber insgesamt eine klare Fehleinordnung. Vor der Jahrhundertwende sammelte der junge Komponist quasi "Bausteine" des Komponierens aus allen möglichen Stilen aus Klassik und Romantik, um dann im beginnenden neuen Jahrhundert seine individuelle Kreativität sich in voller Breite und Vielschichtigkeit entfalten zu lassen.
Holst hat nach Richard Wagners "Parsifal-Ästhetik" (Spiritualität als eine Monstranz der Attitüde?) als vielleicht erster Komponist zu einem spirituellen Schreiben gefunden. Ich schreibe bewusst nicht Schreibweise oder Stil, denn das klänge nach einer Art "Masche" - was nicht zutrifft. Die musikwissenschaftliche Einschätzung eines romantischen Komponierens wird oft noch ergänzt durch Einflüsse des Impressionismus. Es gibt bei Holst sicherlich auch eine Art englischem Impressionismus - aber angesichts Debussys eigener Äußerung zu seiner "Einordung" in diesen künstlich von der Malerei auf die Musik übertragenen Begriff ist dieser eher mit Vorsicht zu genießen.
Beide Begriffe - Romantik und Impressionismus - würde ich in manchen Werken inhaltlich und kompositionstechnisch mit dem Wort SPIRITUELL austauschen - z.B. bei:
Savitri, Beni Mora (Finale), die Planeten, Egdon Heath, Choral Hymns from the Rig Vega, Hymn of Dionys, Ode to Death, Choral Symphony, Hymn of Jesus, Choral Fantasia, Seven Part Songs op.44, Evening Watch . . .
Die Kompositionen (eine subjektive Auswahl) sind nach WERK-GRUPPEN geordnet
- und innerhalb dieser Werk-Gruppen möglichst chronologisch
Meine subjektive Einschätzung:
rote Sternchen * bis *** hinter dem Werk bedeutet "ein besonders gelungenes Werk" in einem oder mehr dieser Punkte:
1 - kompositorisch herausragend -
2 - besonders ambitioniert -
3 - mit außermusikalischer Bedeutung / philosophisch -
4 - Musikgeschichtlich bedeutend -
ORCHESTER
A Winter Idyll (1897) H. 31
Harte Tuttischläge eröffnen diese sehr frühe Komposition. Aber schon nach wenigen Takten folgt eine weit geschwungene Melodie, welcher bald ein drittes eher heroisches Thema folgt. Holsts Musik zeigt hier schon manche Merkmale, welche sein kompositorisches Schaffen durchziehen wird: Klarheit in Aufbau und Form, prägnante Themen und ein unfehlbarer Sinn für Instrumentierung und ein Gespür für Steigerung und Höhepunkte und Ökonomie in Mitteln und zeitlichem Umfang. Das Winter Idyll trägt natürlich noch nicht Holsts Personalstil. Es hat etwas von Griegs klanglicher Welt - jedenfalls eine Nordische Stimmung.
Walt Whitman Overture Op. 7 (1899) H. 42
Eine Orchesterkomposition des 25-jährigen Holst. Eine gelungenes Pendant zum Winter Idyll, aber noch heiterer und beschwingter in der Gesamtanlage - in einem Zug von Anfang bis Ende. Was bei Holst vom Anfang seines Schaffens an in jeder Komposition besticht ist die absolute Meisterschaft, Inhalt und Form in rechte Proportionen zu bringen, klare und einprägsame Themen und die souveräne Instrumentierung. Ein zusätzlicher Reiz des Werks besteht darin, dass auch der amerikanische Komponist Charles Ives im Jahr 1899 (also ein Jahr vor Holst) eine Walt Whitman Overture geschrieben hat - allerdings in völlig anderer Wesenhaftigkeit.
Suite de Ballet Op. 10 (1899) H. 43 **1
- Danse rustique
- Valse
- Scène de Nuit
- Carnival
Eine wunderschöne knapp 20-minütige Ballettmusik, welche in Flair und Kompositionsweise nicht zwingend an Holst denken lässt. Es ist noch kein ausgeprägter Personalstil hörbar, aber Holst hatte eine große Fähigkeit als Komponist völlig stimmig in einen "Stil" einzutauchen. Die Suite klingt keineswegs "englisch" (außer den schmunzelnd Elgar-mäßigen Momenten des Carnival) und könnte stellenweise auch von Leo Delibes stammen - und das mit einer unglaublichen Erfindungskraft im Melodischen. Hören Sie nur mal das zauberhafte "Scène de Nuit", die auch Tschaikowsky Ehre gemacht hätte. Ein faszinierendes Werk - gerade wenn man den späteren Holst in seiner persönlichen Ausprägung kennt: Gustav Holst quasi als Chamäleon macht richtig Laune und der kurzen und kurzweiligen Ballett-Suite wünscht man einen festen Platz im Standardrepertoire . . .
Cotswolds Symphony Op. 8 (1900) H. 47
- 1. Allegro con brio
- 2. Elegy (Im Memoriam William Morris) *2
- 3. Scherzo
- 4. Finale
Diese Sinfonie ist ein Frühwerk. Sehr stimmig und klar in klassischen Proportionen mit einer Spielzeit von weniger als 25 Minuten.
Ein prägnanter kurzer und vitaler Kopfsatz (kürzer als alle anderen Sätze) in jugendlich positiver Stimmung.
Völlig anders der langsame umfangreichere zweite Satz Elegy - eine Klage voller Trauer und Schmerz, dem Gedenken seines verstorbenen Freundes William Morris gewidmet. Hier zeigt sich zu ersten mal Holsts Fähigkeit Visionäres in der Musik zu leben. Erstaunlich ist, dass man manchmal meint Zemlinsky zu hören und es harmonische Wendungen gibt, die Kurt Weill (*1900) in dessen verlassene Melancholie vorwegnehmen. Am Höhepunkt kann man an die Götterdämmerung oder noch eher an die Sinfonie von Hans Rott denken (welche noch 90 Jahre unentdeckt bleiben sollte). William Morris (*24.März 1834 in Walthamstow; †3.Oktober 1896 in London) war ein britischer Maler, Architekt, Dichter, Kunstgewerbler, Ingenieur und Drucker. Er war weiter einer der Gründer des Arts and Crafts Movement und früher Begründer der sozialistischen Bewegung in Großbritannien. Morris regte Holst zu einer sozialistischen Geisteshaltung an und ermutigte ihn auch zu seiner eigenen Sanskrit-Übersetzung. Holst vertonte auch Gedichte von Morris. Auch wenn der Satz Elegy noch weit entfernt vom späteren Holst ist, so hat das Werk etwas zu sagen - und wenn sich auch nur Holsts Verbindung zum Verstorbenen in diesem großen und tragischen Trauermarsch mit starken Ausdruck manifestiert.
Dass Scherzo ist spritzig im schnellem Puls, rasenden Violinfiguren und einem etwas verhaltenerem romantischen Horn-lastigen Trio.
Das Finale schließt das kurzweilige Werk in perfekter Form ab. Es scheint, das Holst - wenn er denn Sinfonien geschrieben hätte - kein Problem mit der Finaleinbindung oder einem Spannungsabfall im letzten Satz gehabt hätte. Gefühlt beinhaltet das Finale das gesamte Werk in einer nochmals gelösteren Form. Die Sprache Holsts in der Sinfonie ist noch nicht klar persönlich erkenntlich - und dennoch ganz eigen und zudem eher untypisch für das englische Komponieren dieser Zeit. Holst ist nicht nur in seinem reifen Stil mit keinem anderen englischen Komponisten verwechselbar, sondern - auf ganz andere Weise - auch in seinem frühen Schaffen.
India: symphonic poem Op. 13 (1903) H. 66
Ein interessantes Werk der frühen Wagner-Phase Gustav Holsts - und absolut überzeugend. Es entstand zu der Zeit der Arbeit Holsts an der großen Oper Sita, von der leider nur ein Interlude H. 89 gehört werden kann. Die Darstellung des Indischen ist in der Oper Savitri vielleicht eloquenter, aber in Indra tauchen schon Klangflächen, repetierend oszillierende Muster auf, welche Holst immer wieder verwenden wird. Die Harmonik ist raffiniert im dauernden Wechsel, aber noch eindeutig rein romantisch - mit einem Hang zu Wagnerschen Überraschungen und nordisch-russischem Flair a la Borodin oder frühem Sibelius.
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Alle frühen Orchesterkompositionen (hier bis zur gestrichelten Linie hin) sind meisterlich gearbeitet und äußerst befriedigend und mit Vergnügen zu hören - aber nicht unbedingt wichtig im Kennerlernen des Wesens des Komponisten. Als Ausnahme mit Ausrufezeichen möchte die Ballett Suite und den Elegy Satz der Cotswolds Symphony nennen.
Mit A Somerset Rhapsody von 1905/06 beginnt in den Orchesterwerken eine kompositorische Entwicklung, welche andere Wege als bisher einschlagen wird - und tatsächlich im Plural zu verstehen. Holst nimmt mehrere Einflüsse von Kollegen wie z.B. Strawinsky auf und er steht in regem Austausch mit dem befreundeten Ralph Vaughan-Williams. Die beiden legen sich gegenseitig ihre Arbeiten vor und offen und ehrlich die Komposition des anderen besprechen.
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A Somerset Rhapsody Op. 21b (1906-07) H. 87
Ein Werk auf dem Weg zur Reife und beeindruckendes "Zwischenergebnis" von Holsts Weg Volkslieder (original und selbst erfunden) in einen eigenen Personalstil zu integrieren. Zur Zeit dieser Komposition hatte sich Holst längst von seiner frühen Wagner-Phase verabschiedet und die Verwendung eines schlichteren volkstümlichen Kompositionsweise gab Holst Komponieren eine neue Struktur. Dennoch gibt es in der Rhapsody Momente (ein zwei Überleitungen bzw. Steigerungen), in denen Holst noch frühere Elemente des Komponierens verwendet hat und somit nicht eine völlige stilistische Stimmigkeit des Gesamten erreichen konnte. Aber genau diese kleinen "Abweichungen" machen unter anderem auch das Besondere der Somerset Rhapsody aus.
Two Songs Without Words Op. 22 (1906) H. 88
1. Country Song
2. Marching Song
Zwei kurze "Charakter-Orchesterstücke" in einem quasi volkstümlichen Stil. Die Titel sind musikalisch quasi Inhalt. Die Werke sind nicht wichtig, aber sehr gekonnt und überzeugend geschrieben - Zeugnisse eines ersten Höhepunkts der Meisterschaft auf dem Weg zu einem persönlichen Stil.
Interlude (aus der Oper Sita) Op. 23, H. 89
Die ersten Takte lässt gleich der Siegfrieds-Ruf aus der Götterdämmerung grüßen. "Deutscher" hat Holst (in manchen Momenten) nie geklungen - und dennoch gibt es viele überraschende impressionistische und andersartige Wendungen. Das Zwischenspiel macht auf jeden Fall neugierig auf eine hoffentlich bald einmal produzierte Aufführung der gesamten Oper . . .
Beni Mora: Oriental Suite Op. 29/1 (1909-10) H. 107 **12
- First Dance
- Second Dance
- Finale: In the street of Ouled Naïls
Eines der ersten "unentbehrlichen" Werke Gustav Holsts - für mich ein absoluter Markstein. Hier hat der Komponist eine Aussöhnung seiner frühen romantisch ausschweifenden wagnerianischen mit einer neuen klareren und strukturierteren Kompositionsweise gefunden.
Phantastes / Phantasies Suite, Op. 29/2 (1911) H. 108 (von Holst zurückgezogen)
Das von Holst zurückgezogene (und bis dato nicht auf Tonträger erschienene) Werk sei hier zumindest erwähnt, da die der Opuszahl nach Geschwisterkomposition die großartige Orchestersuite Beni Mora op 29/1 ist. Angesichts der Qualität von op. 29/1 wäre es sehr interessant auch op.29/2 kennenlernen zu können. Die Opuszahl 29/2 wurde von Holst letztlich der St. Pauls Suite gegeben.
The Planets
Suite, Op. 32 (1914-16) H. 125
***1234
- Mars, the Bringer of War
- Venus, the Bringer of Peace
- Mercury, the Winged Messenger
- Jupiter, the Bringer of Jollity
- Saturn, the Bringer of Old Age
- Uranus, the Magician
- Neptune, the Mystic
Zu den der bekannten siebensätzigen Suite für großes Orchester "Die Planeten" ist schon viel geschrieben worden. Hier nochmals der Hinweis, dass das Werk nichts mit der Physis der Himmelskörper, sondern deren astrologischen Bedeutung zu tun. Holst selbst war über die schnell einsetzende Popularität der "Planeten" nicht begeistert, da er das Gefühl hatte, dadurch in Erwartungen auf diese Art der Kompositionsweise festgelegt zu werden und solche Werke folgen lassen zu müssen. Diesem von Holst subjektiv empfundenen Erwartungsdruck hat sich der Komponist dann erfolgreich entzogen, indem er sperrigere und kleinere Kompositionen anderer Art folgen ließ. Tatsächlich geriet Holst dann auch wieder aus dem Scheinwerferlicht der musikalischen Öffentlichkeit - was aber auch nicht das Ziel war . . .
Den ersten Satz Mars, the Bringer of War schrieb Holst tatsächlich Anfang 1914, also mehrere Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Venus, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptune wurden bis 1915 fertiggestellt. Mercury folgte als letzter Satz 1916. Gustav Holst hat sein Werk The Planets, zu dem er solch ein zwiespältiges Verhältnis hatte, zweimal auf Schallplatte aufgenommen. Einmal 1922-23 in akustischer Technik - also vor Trichter - und dann nur wenige Jahre später 1926 elektrisch vor Mikrophonen. Beide Aufnahmen sind übrigens höchst unterschiedlich. Mehr dazu bei Anmerkungen zu Aufnahmen.
Japanese Suite, Op. 33 (1915) H. 126
- Prelude: Song of the Fisherman
- I: Ceremonial Dance
- II: Dance of the Marionette
- Interlude: Song of the Fisherman
- III: Dance under the Cherry Tree
- IV: Finale: Dance of the Wolves
Während der Arbeit an The Planets (es waren alle sechs Sätze fertiggestellt - nur Mercury fehlte noch) schrieb Holst seine Japanese Suite 1915 auf Bitten des japanischen Tänzers Michio Itō für dessen Auftritt im Londoner Coliseum. Holst erfüllte Itōs Wunsch, japanische Melodien zu integrieren - da aber keine Tonaufzeichnungen zur Hand waren, pfiff der Tänzer ihm einige Lieder (nach traditionellen Volsmelodien) vor. Ich nehme an, dass Holst in seiner grundsätzlichen Neugierde auf alles Östliche und kompositorische Herausforderungen schon aus diesem Grund die Bitte Itos nicht anschlagen konnte.
Die sechs kurzen ineinander übergehenden Sätze (ca.11 Min) verbreiten das exotische Flair in unterschiedlicher Weise und Intensität.
Im Grunde handelt es sich um vier Tänze und zwei Lieder des Fischers als Vorspiel vor dem ersten Tanz und Zwischenspiel vor dem dritten Tanz. das ist finde ich wichtig zu erwähnen, das somit das Werk eine Struktur bekommt.
Das Vorspiel - Lied des Fischers führt in der Melodie in die so weit entfernt Welt Japans ein. Die Harmonisierung ist allerdings deutlich Holst und bremst ein wenig das Eintauchen. Der imposante zeremonielle Tanz greift in Instrumentation und Melodik deutlich fernöstliche Vorbilder mit stark überzeugender kaiserliche Würde auf. Holst dritt in der Wahrnehmung ganz zurück. Eine kleine vielleicht Verlegenheits-Überleitung führt zum Marionetten-Tanz, in dem doch in der Instrumentierung (Glockenspiel) Holsts Beschäftigung mit Mercury irgendwie mitschwingt. Zwei Akkorde, dann das kurze an Beni Mora erinnernde Zwischenspiel - Lied des Fischers (ähnlich dem Vorspiel), welches dann nahtlos in den zarten Tanz unterm Kirschbaum führt, in dem Holst die Klänge der japanischen Bambusflöte Shakuhachi imitiert. Im finalen Tanz der Wölfe steigert sich eine grimmige pentatonische Melodie in einen immer schneller wirbelnden Rausch.
Die Japanese Suite ist weniger bekannt und man könnte als ersten Eindruck das Werk auch als unscheinbar und nicht so interessant beurteilen. Ich möchte dazu aber zwei Gedanken bringen:
1. Das Werk ist eine (unbezahlte) Auftragskomposition des Tänzer Michio Itō, der bei Holst vielleicht besondere Vorgaben zu Länge, Anzahl der Nummern und Charakter wünschte.
2. Ito hat die Melodien vorgegeben und auf dem Titelblatt der Partitur schrieb Holst: „Ich komponierte dieses Stück für den japanischen Tänzer Michio Itō, der die Themen für die übrigen Teile außer dem Marionettentanz lieferte.“ und
3. Holst experimentierte gerade zu dieser Zeit kompositorisch und sah die Gelegenheit des Auftrags Itōs vielleicht als willkommene Chance in dieser Hinsicht. Für den Komponisten war das Ergebnis möglicherweise eine Art stilistische Skizze.
The Lure ballet (1921) H. 149
Xxxx
The Perfect Fool Ballet music Op. 39 (1918-22) H. 150 ***12
Nach den Planeten und der St. Pauls Suite wohl das bekannteste und mit am häufigsten auf Tonträger eingespielte Orchesterwerk Holsts: Voller Vitalität, Lust am Rhythmus, aber auch einem seltsam zärtlich verträumten Mittelteil. Auch hier lächelt wie bei manchen von Holsts Orchesterwerken Strawinsky um die Ecke.
A Fugal Overture Op. 40/1 (1922) H. 151
Xxxx
Egdon Heath Op. 47 (1927) H. 172 ***12
Vielleicht Holsts faszinierendste, geheimnisvollste und "unfassbarste" Komposition (mit hohem Suchtpotential für den Hörer) an der Schwelle zu dessen Spätwerk. Bei Egdon Heath gibt es ein Leuchten - fahl und geheimnisvoll. Schon der Beginn ist mehr der langsame Wandel einer Stimmung und eine kompositorische Idee als eine Komposition: eine Art leiser Naturlaut wie zu Beginn der ersten Sinfonie Gustav Mahlers - hier sich aus einem Nebel schälend (7/4-Takt) . . . Ein aufgeregtes Aufzucken der Figuren im ganzen Orchester in der Umkehrung des Anfangs weicht einem edlen melancholisch-choralartigen Melodiefragment im 5/4-Takt, das den Hörer in der Erinnerung nicht mehr verlässt . . . Zwei Flöten suchen im strengen Quartabstand nach einer Melodie, dann die Bratschen . . . Gefunden wird dann etwas sehr altes - ebenfalls die zwei Flöten im Quartabstand und 6/8-Takt . . . Dem schließt sich in höherer Lage nochmals der Anfang des Werks an . . . nochmals ein verhaltenes Tasten des Chorals im vierstimmigen con sordino Posaunensatz . . . bevor nach einem gedämpften Ruf der Trompete das Werk in einer aufsteigenden Figur im pianissimo verhaucht . . .
Musik lässt sich nicht beschreiben. Aber es lässt sich darüber auch nicht schweigen :-) ...
Gustav Holst hielt das folgende Zitat hilfreich für das Verständnis seines Werks - ein Zitat aus dem Roman Hardys, welches er der Partitur vorangestellt hatte und auch bei Aufführungen abgedruckt sein sollte:
"A place perfectly accordant with man´s nature - neither ghastly, hateful or ugly; neither commonplace, unmeaning, nor tame; but, like man, slighted and enduring; and withal singularly colossal and mysterious in its swarthy monotony."
(from "The Return of the Native" - Thomas Hardy)
„Ein Ort vollkommen übereinstimmend mit der menschlichen Natur -
weder schauderhaft, hässlich oder unangenehm,
noch alltäglich, bedeutungslos oder gezähmt -
sondern, wie der Mensch, vernachlässigt und beständig
und zugleich von einzigartiger Größe und geheimnisvoll in seiner dunklen Eintönigkeit.“
(aus „Die Rückkehr des Ursprünglichen“ von Thomas Hardy)
Hier ein Auszug aus dem Wikipedia Eintrag:
Im Jahr 1922 folgte Holst einer Einladung von Thomas Hardy und besuchte den Schriftsteller, dessen Werk er schon seit langem bewundert hatte, in Dorset.[1] Aus diesem Treffen entwickelte sich die Kompositionsidee zu Egdon Heath auf der Basis von Hardys The Return of the Native. Holsts Komposition beschreibt den fiktiven Ort Egdon Heath aus dem ersten Kapitel des Romans. Während der Arbeit an Egdon Heath stattete Holst Hardy im August 1926 einen Besuch ab; beide Männer machten einen Ausflug in das Heideland.[2]
Holst, der jedes neu komponierte Werk jeweils für sein bestes hielt, hielt im Fall von Egdon Heath diese Meinung bis zu seinem Tod bei.
Fugue a la Gigue by J. S. Bach (BWV 577), orch. Gustav Holst from the wind band version (1928) H. App. El, 25
Xxxx
Hammersmith, Op. 52 (1931) H. 178, orch. Gustav Holst from the original wind band version **124
Ein großartig virtuose, witzige und vielschichtige Komposition. Die erste quasi "originale" Version für Military Band, also Holzbläser inclusive prominentem Saxophon, Blechbläser und Schlagzeug hat Holst 1930 vor der Orchesterfassung von 1931 geschrieben. Die Fassung mit Streichern verleiht der Reflektion des geschäftigen Londoner Stadtteils mit dem ruhigen Fluss Themse einen etwas anderen Charakter - runder, etwas weicher nicht so schrill und extravagant wie bei der originalen Military Band Fassung (siehe den Text weiter unten). Hammersmith op.52 zeigt klar, dass Gustav Holst nicht irgendeiner Stilrichtung zuzuordnen ist - weder der Vergangenheit noch den aktuellen Strömungen in der damaligen Zwischenkriegszeit nach. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, weshalb ich den Komponisten so liebe . . .
Jazz band Piece / Capriccio (1932) H. 185 (original "Mr Shilkret's Maggot" for Radio Jazz Orchestra, orch. Imogen Holst)
Xxxx
Scherzo (zu einer unvollendeten Sinfonie, 1933-34) H. 192 **124
Holst Kühle im Ton und die konsequent herbe Stimmführung mit vielen harmonischen Reibungen machen dieses Scherzo zu einem faszinierenden Orchesterstück. Wie sehr vermisse ich diese Sinfonie, in welcher Holst anscheinend eine ganz andere Modernität in Technik und Ausdruck gefunden hätte - vielleicht an vorhandenen Werken nur noch vergleichbar mit Hammersmith. Gustav Holst hat in seiner kompositorischen Entwicklung vollkommen eine eigenen Weg ins 20te Jahrhundert gefunden- in einer völlig eigenständigen Weise und völlig auf Augenhöhe mit seinen Komponistenkollegen.
ORCHESTER (Original für Bläser, bearbeitet für volles Orchester von Gordon Jacob)
Die Arrangements für volles Orchester von Gordon Jacob - mit Licht und Schatten. Es ist natürlich interessant und ermöglicht eine neue Sicht, diese größeren Werke nun zusätzlich in einer Version für volles Orchester hören zu können. Die möglichen Vorzüge liegen auf der Hand: In diesen Orchesterversionen sind potenziell noch mehr Farben und Klangkombinationen möglich. Rhythmik, Harmonik und Lyrische Linien können in Gruppen getrennt werden und dem Werk noch mehr Transparenz geben. Die Herausforderungen für den Arrangeur liegen darin, dennoch den individuellen Charakter und die Kraft der Komposition zu bewahren.
Suite No. 1, Op. 28/1 (1909) H. 105
- Chaconne
- Intermezzo
- March
Die erste Suite ist ein zusammenhängendes Werk (bei der zweiten Suite sind es mehr Einzelnummern). Die großartige Chaconne ist im Arrangement in der Differenziertheit der varianten natürlich etwas vielfältiger, aber der Satz verliert insgesamt etwas an Strenge und Stringenz. In allen dre4i Sätzen hätte ich mir etwas mehr vom Original gewünscht und den Einsatz der Streicher gezielter als Zusatz, nicht als Teppich plus zusätzliche Bläser.
Suite No. 2, Op. 28/2 (1911) H. 106
- March
- Song without words: I'll love my love
- Song of the Blacksmith
- Fantasia on the Dargason
Die zweite Suite ist eine echte Suite, also eine mehr oder weniger lockere Folge der vier einzelnen Sätze - wobei die Reihenfolge der Sätze, so wie Holst sie gesetzt, dramaturgisch zwingend ist. Im March ist bereichernd das Hauptthema in der Wärme der Streicher (im original Tenorhorn) zu hören und es wird der etwas martialische Charakter abgeschwächt. Der volksliedhaft lyrische Song klingt in der Feinheit noch verträumter und die Fantasia erscheint in der kontrapunktischen Arbeit der übereinander gelegten Themen deutlich klarer und differenzierter, sodass ein paar Nebenstimmer hörbar werden, welche in der originalen reinen Bläserfassung durch die eingeschränkten Registermöglichkeiten eher untergehen.
A Moorside Suite (1928) H. 173
- Scherzo
- Nocturne *2
- March
Die Moorside Suite ist wieder eine kompakteres Werk, wobei das
Nocturne auch gut und effektvoll einzeln aufgeführt werden kann. Und gerade dieses
Nocturne präsentiert sich in der Orchesterfassung in einem neuen Licht. Hier bringt der Einsatz der Streicher eine neue Ebene und der Blechbläsereinsatz im Mittelteil gewinnt an Größe und edler Bedeutung. Für die Ecksätze ist das Arrangement m.E. kein allzu großer Zugewinn.
CHOR und ORCHESTER (nur größere Kompositionen)
(zusätzlich auch in Chor und Orchester in Gruppierungen nach Besetzung gelistet)
King Estmere Op. 17 (1903) H. 70
Choral Hymns from the Rig Veda op. 26 (1908-1912)
- 1st Group,Op. 26/1 (1908-10) H. 97 (mixed choir, orchestra)
- - 1. Battle Hymn
- - 2. To the Unknown God
- - 3. Funeral Hymn
- 2nd Group, Op. 26, 2 (1909) H. 98 (female choir, orchestra <or piano and violins ad lib>) **12
- - 1. To Varuna (God Of The Waters)
- - 2. To Agni (God Of Fire)
- - 3. Funeral Chant
- 3rd Group, op. 26, 3 (1910) H. 99 (female choir, harp) **12
- - 1. Hymn to the Dawn
- - 2. Hymn to the Waters
- - 3. Hymn to Vena
- - 4. Hymn of the Travellers
- - 4th Group, Op. 26/4 (1912) H. 100 (male choir, strings <or piano>, with brass ad lib.)
- - 1. Hymn to Agni (the sacrificial fire)
- - 2. Hymn to Soma
- - 3. Hymn to Manas
- - 4. Hymn to India
In meiner Auflistung ist mir wichtig, die Choral Hymns from the Rig Veda als eine GESAMTKONZEPTION vorzustellen. Bisher ist jede Gruppe nur für sich gesehen worden - vielleicht wegen der recht unterschiedlichen Besetzungen und "Schwergewichtigkeit" der einzelnen Gruppen und Einzelnummern. Und deshalb gibt es wohl auch noch keine Gesamtaufnahme des etwa 45-minütigen Werks in 14 Einzelnummern. Drei Stücke sind bis jetzt noch nicht aufgenommen: Funeral Hymn (1. Gruppe), Hymn to Agni (4. Gruppe) und Hymn to India (4.Gruppe).
Die erste Gruppe wird mit der Battle Hymn eröffnet und der kurze stampfende und im Taktgefühl unregelmäßige Satz entführt den Hörer sogleich in eine fremde Kulturwelt. To the Unknown God ist ebenso gelungen, fremd gedämpfter schreitend in östlichen Melismen mit absteigenden Skalen als Kontrapunkt. Eine Steigerung mit anschwellendem Chor, vollem Blech und Tamtam und einem grandios schauerlichen heroisch-abgründigen Höhepunkt im Blechpanzer lässt in ihrer unerbittlichen und bedrohlichen Wirkung wohl sämtliche bombastische Hollywood Filmmusik blass aussehen.
Aber auch die drei Stücke der zweiten Gruppe sind abwechslungsreich gehaltvoll und äußerst Publikumswirksam: To Varuna hat quasi impressionistische Stimmungen und eine exquisite Instrumentierung und ist äußerst Publikumswirksam. Der 5/8tel Takt des kurzen To Agni entfaltet einen tänzerischen Sog, das Impressionistische des Funeral Chant atmet schon die ewige Weite mancher Stellen der viel später entstandenen Planeten - was für ein effektvolles mystisch psychedelisch wirkendes Werk!
Mit Abstand am bekanntesten und am häufig aufgeführt (sogar in Deutschland) ist die dritte Gruppe in der Besetzung Frauenchor mit Harfe - kein Wunder, denn die sensitive Stimmung hat in jeder der vier Nummern einen ganz starken Sog. Hymn to the Dawn wird vom Hörer als eine permanente Aufsteigende Linie empfunden, sodass es sich wohl um die Morgendämmerung handelt. Die Wasser von Hymn to the Waters fließen in der Harfe immerzu abwärts, während der Frauenchor eine schöne etwas englische anmutende Melodie in ein indisches Gewand kleidet. Hymn to Vena ist der unbestrittene Höhepunkt der dritten Gruppe in seiner abdriftenden Harmonik voller Weltferne und Sehnsucht und einem großen Höhepunkt. Das die Werkgruppe abschließende Hymn of the Travellers hat in seiner sich quasi immer gleichen "länger-kürzer" (3+2 Zählzeiten) hin und her schwingenden Bewegung und der melismatischen Melodie eine magische Wirkung.
Die vierte Gruppe eröffnet Holst mit einer Hymn to Agni (Opferfeuer) - noch nicht auf Tonträger zu hören. Das ist schmerzlich vermisst, denn danach folgt Hymn to Soma (in der vedischen Religion eine wichtige Gottheit neben der Gottheit des Feuers Agni), das vom Musikalischen her wegen ihrer kompositorischen Leichtgewichtigkeit eindeutig nicht diese Gruppe eröffnet. Hymn to Manas (der Geist eines Sterbenden) ist das vorletzte Stück der großen 14teiligen Komposition, nach dem nur noch die Hymn to India folgt (noch nicht aufgenommen, aber als abschließende Huldigung an India wohl sicherlich nicht ganz nebensächlich). Im Vergleich zu Hymn to Soma ist Hymn to Manas ist ein ganz anderes kompositorisches Kaliber. Natürlich sind hier keine dramatischen Szenen a la Tod und Verklärung von Richard Strauss zu erwarten, aber Holst trifft das Entfernen im harmonischen und auch mit Raumwirkungen in perfekter Weise - ohne Emotionen und dennoch das Wesen berührend.
Tatsächlich sind die Choral Hymns keine homogen oder dramaturgisch organisierte Komposition - besser: Kompositionen. Aber den weite Blick über die Mythologie der indischen Rid Vega hat Holst nicht ohne Grund in eine Werkgruppe zusammengefasst. Vielleicht ergibt sich bei einer Gewöhnung an diesen Gedanken und komplette Aufführungen / Aufnahmen auf Dauer noch andere Erkenntnisse bezüglich der kaleidoskopartigen Werkgruppe als Ganzes.
Ich möchte Sie neugierig auf diese erste ambitionierte Komposition machen, welche in vielen eher kürzeren Nummern doch ein großes Ganzes entfaltet. Ich möchte betonen wie wichtig Gustav Holst der Inhalt der Rig Veda war - so sehr, dass er selbst Sanskrit erlernt und eigene Übersetzungen angefertigt hat, welche hier zu hören sind.
The Cloud Messenger Op. 30 (1910-12) H. 111
Hecuba's Lament Op. 31/1 (1911) H. 115 (female choir, orchestra)
Hymn to Dionysus
Op. 31/2 (1913) H. 116 (female choir, orchestra)
Eine anfangs sehr pastoral helle Komposition - anfangs ruhig, dann rhythmisch bewegt und zunehmend emphatisch. Eine echte Hymne mit innerer Freude und vollkommen den Inhalt des Textes abbildend - auch in der Vielschichtigkeit von Dionys. Der Inhalt der Dichtung ist angesichts des Mythos der Entstehung des Menschen aus Gott und Titan sehr des Nachspürens wert.
Es ist immer zu bedenken, dass Gustav Holsts Kompositionen sehr oft weit mehr als nur als Musik gedacht sind: Sie sind zu einem großen Teil ein geistiges Universum an sich und die Auseinandersetzung mit dem Menschsein und unserem Platz und Weg auf Erden. Darin - und nicht nur darin - ist Gustav Holst seinem österreichischem Namensvetter Gustav Mahler sehr ähnlich.
Two Psalms (1912) H. 117 (strings and organ or brass):
1. To My Humble Supplication (Psalm 86)
2. Lord, Who Hast Made Us for Thine Own (Psalm 148)
Three Festival Choruses, Op. 36a (1916) H. 134:
1.Let All Mortal Flesh Keep Silence
2. Turn Back, O Man
3. A Festival Chime
A Dream of Christmas (1917) H. 159 (female choir, strings <or piano>)
The Hymn of Jesus Op. 37 (1917) H. 140 ***1234
Ein Werk, dass sich im Olymp der großen Chormusik befindet und unbedingt ins internationale Standardrepertoire gehört!
Ode to Death Op. 38 (1919) H. 144 ***123
Ein meist übersehenes Juwel - vielleicht wegen des herausfordernden Themas, das nicht auf "standardisiert" christliche Art bewältigt wird. Auch Karl Schiske Oratorium "Vom Tode" genösse angesichts der Komposition selbst vielleicht auch eine größere Popularität - wenn nicht das Thema und die offen harte desillusionierte oder auch nicht utopische Behandlung wäre . . .
Walt Whitmans eigener Text hat durchaus eine Grundlage im Alten Testament (Jesus Sirach 41, 1-2 "O Tod, wie bitter bist Du" - eindrücklich vertont von Brahms und Reger), aber das Gedicht zu Ehren von Abraham Lincoln geht in seiner Zuwendung weit über den Bibeltext hinaus, welcher ja die Not des Leidenden betont und den Tod folgerichtig als Erlösung zeigt.
Bei Whitman schwingt eine grundsätzliche Wertschätzung und Betrachtung des Todes als eine gute Instanz und natürliche Ordnung, als ein gütiges Wesen, welchem ein offenes Willkommen gebührt. Whitman schreibt sogar Mutter und Holsts Verständnis von Shiva als Gebärerin und Zerstörerin ohne Wertung hat das sicher angesprochen. Das Gedicht ist für Holst vielleicht auch zusätzlich noch ein gedanklicher Nachklang zum Inhalt seiner Oper Savitri . . .
Hier das originale Gedicht und eine deutsche Übersetzung:
Come lovely and soothing death
Undulate round the world, serenely arriving, arriving
In the day, in the night, to all, to each
Sooner or later, delicate death
Prais'd be the fathomless universe
For life and joy, and for objects and knowledge curious;
And for love, sweet love -- But praise! praise!
For the sure-enwinding arms of cool-enfolding Death
Dark Mother, always gliding near, with soft feet
Have none chanted for thee a chant of fullest welcome?
Then I chant it for thee -- I glorify thee above all;
I bring thee a song that
when thou must indeed come, come unfalteringly
Approach, strong Deliveress
When it is so, when thou hast taken them, I joyously sing the dead
Lost in the loving, floating ocean of thee
Laved in the flood of thy bliss, O Death
From me to thee glad serenades
Dances for thee I propose, saluting thee
And the sights of the open landscape, and the high-spread sky, are fitting
And life and the fields, and the huge and thoughtful night
The night, in silence, under many a star;
The ocean shore, and the husky whispering wave,
whose voice I know;
And the soul turning to thee, O vast
and well-veil'd Death
And the body gratefully nestling close to thee
Over the tree-tops I float thee a song!
Over the rising and sinking waves --
over the myriad fields, and the prairies wide;
Over the dense-pack'd cities all,
and the teeming wharves and ways
I float this carol with joy, with joy to thee, O Death!
Kommt, lieblicher und wohltuender Tod!
Umwoge die Welt, heiter nahend, nahend
Am Tage, bei Nacht, allen, jedem,
Früh oder später, lieblicher Tod.
Gelobt sei das unergründliche All,
Für Leben und Lust und für die Dinge wundersam und das Forschen,
Und für die Liebe, die süße Liebe! Doch dreifach gelobt
Die sicher umwindenden Arme des kühl umfaltenden Todes!
Dunkle Mutter, näher gleitend, leisen Fußes,
Hat dir noch niemand ein Lied des Willkommens gesungen?
So singe ich eins! Dich will ich preisen vor allen,
Dir bring ich mein Lied, damit du ohne zu wanken kommst,
Wenn du kommen musst.
Komm, starke Erlöserin!
Wenn es so ist, nimmst du sie hin, preise ich freudig die Toten,
Die du im Meer deiner gleitenden Güte
Badest in seligen, Fluten des Friedens, o Tod!
Dir gilt mein fröhliches Ständchen,
Tänze schlag ich dir vor, Feste und schmückende Zier;
Dir frommt das Lachen der Landschaft, der hochumspannende Himmel,
Die Frische der Felder und die große, gedankenvolle Nacht!
Die Nacht, das Schweigen unter den Sternen,
Der Meeresstrand mit den raunenden Wellen,
Deren Stimme ich kenne,
Wenn die Seele dir zugewendet,
Und der Leib dankbar sich an dich schmiegt,
Du weitwirkender, wohlumschleierter Tod!
Über den Baumwipfeln sing ich dir zu,
Über den steigenden, fallenden Wogen,
Über den Ackergefilden und den weiten Prärien,
Über den eng gepackten Städten, Werften und Wegen,
Mit ihrem Waren- und Menschengewimmel,
Singe ich diesen Lobgesang mit Freuden dir zu, o Tod!
So kurz nach dem Ersten Weltkrieg entstanden fällt es schwer diese essentielle Betrachtung des Lebens und des Todes nicht in einem Zusammenhang zu empfinden. Und tatsächlich war die Sinnlosigkeit und das unermessliche Grauen des Kriegs der bohrende Stachel und Walt Whitmans When Lilacs last in the Dooryard bloom´d dann das künstlerische Ventil für Holst.
Es gibt in diesem durch und durch Nachtstück unter freiem Sternenhimmel zu Beginn ein weites entspanntes Hineingleiten - zeitlos und teilnahmslos auf Klangflächen, dann unvermittelt eine grüßende kraftvoll aufwärts strebende Wendung quasi mit geöffneten Armen und dissonantem Höhepunkt. Danach entfaltet sich eine Art Marsch (im 4/5tel Takt) mit Steigerung und Drängen nach Lösung und nach dem Höhepunkt des Marschs entspannen sich die Klänge ohne Rhythmus wieder zu Flächen, die den Hörer in unbekannte Gefilde entführen ... Der sich immer weiter aufschwingende vorletzte Teil ist voll Sehnsucht und dennoch auch Trost - am Tor zur Erfüllung oder Vollendung. Das Werk findet sein Ende im Anfang - quasi in Spiegelform mit kleinen Veränderungen ...
Denn es verändert sich im Grunde auch nichts im Äußeren, wenn wir in den Himmel blicken und nicht auf den Trubel der Erscheinungen der Welt und unser selbst erdachtes ICH, welches alles unseren Blick trübt - im alten Indien Maya (Illusion, Zauberei) genannt. Nur in der Überwindung unseres ICH, unseres trügerischen Bilds von uns selbst (Eckard Tolle nennt es Narrativ) können wir wahrnehmen und SEIN ... Hier ein Satz Tolles zum Thema Tod, der zum Nachspüren anregen kann:
Der Tod nimmt alles weg, was du nicht bist.
Das Geheimnis des Lebens ist
"zu sterben, bevor du stirbst" -
und herauszufinden, dass es keinen Tod gibt.
Auf das rote
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Short Festival Te Deum (1919) H. 145 **12
Ein gemessen an Bruckner, Dvorak und vielen anderen bekannten De Teum in ähnlicher Besetzung tatsächlich ein sehr kurzes Werk. Aber was für eine Kraft und welcher Schwung!
First Choral Symphony Op. 41 (1923-4) H. 155 (soprano solo)
**123
Holst auf den Höhepunkt seiner kompositorischen und gestalterischen Fähigkeiten. Anmerkungen siehe bei ORCHESTERWERKE
Seven Part-Songs Op. 44 (1925-6) H. 162 (Female Choir, strings):
1. Say Who Is This!
2. 0 Love, I Complain
3. Angel Spirits of 'Sleep
4. When First We Met
5. Sorrow And Joy
6. Love on My Heart from Heaven Fell
7. Assemble, All Ye Maidens *12
Nr.1-6 Meisterwerke der kleinen Formen - und in Nr.7 "Assemble" noch ein umfangreicher Chorsatz mit großer Bogen.
A Choral Fantasia Op. 51 (1930) H. 177 (mixed choir, strings brass, timpani, organ, Soprano solo)
***1234
Ein großartiges Spätwerk, das unbedingt große Bekanntheit verdient - auch wegen des spirituellen Inhalts! Ein für diesem zeitlebens spirituell suchenden Komponisten würdiger Abschluss im expressiv Visionären
Six Choruses Op. 53 (1931-2) H. 186 (male choir, strings <or organ/piano>) *123
1. Intercession
2. Good Friday
3. Drinking Song
4. A Love Song
5. How Mighty are the Sabbaths (volles Orchestra - ebenso in einer vereinfachten Version für unisono Stimmen, Streicher und Orgel)
6. Before Sleep
[7. When the Dawn at Early Morning (von Holst verworfen, unvollständig)]
Nach der brennend expressiven Choral Fantasia op. 53 noch ein aller letzter stillerer aber völlig durchleuchteter Nachtrag. Holst war im Tonfall dieses Werks auf dem Weg in eine Richtung von Wärme, welche er selbst gegen Ende seines Lebens im Rückblick an seinen Komponisten vermisst hat. Vorbild war ihm Franz Schuberts spätes Streichquintett - aber ob der immer wieder von Selbstzweifeln geplagte und äußerst selbstkritische Komponist da nicht Äpfel mit Birnen vergleichen wollte? Holst hat in vielen seiner Werke eine Art von stärkender Ruhe ohne äußere Emotionen erschaffen und ein Berühren des Geistes erreichen können wie vielleicht kein anderer Komponist außer J.S. Bach.
BALLETT (oder CHOR BALLETT)
The Lure (1921)
Die neunminütige reine Orchesterfassung der Ballettmusik (ohne Chor) ist eine herrliche Mixtur mit harten Wechseln aus östlichem Cholorit, modernen Klängen (z.B. Akkordschichtungen) und Freude an exaltiert Rhythmischem.
The Golden Goose Op. 45 No.1 (1926) H. 163
Auch dieses Ballett gibt es in einer Fassung mit Chor und einer reinen Orchesterfassung. Die rein instrumentale Version erfreut sich. Der Beginn mit Solo-Horn lässt sogleich an den Schluss von Strawinskys "Feuervogel" denken und später gibt es z.B. ein Violin-Solo, dass auch aus Schostakowitschs Oper "Lady Macbeth von Mzensk" stammen könnte. Oder später eine Holzbläserfigur wie in Bergs Oper "Wozzeck". Aber die Vergleiche sind unwichtig, denn Holsts Musik ist völlig originär und er macht mit allen, was entfernt nach Ähnlichkeit klingen könnte (und Schostakowitschs Oper war ja noch nicht geschrieben) etwas ganz eigenes - und gegen Ende in der Freude am Rhythmus (man könnte schon wieder an Strawinsky - z.B. Petruschka - denken) einen wunderbar schrägen Kontrapunkt. Diesen Reiz finde ich öfters grade bei den weniger bekannten Werken Holsts und zaubert mir ein inneres Lächeln, dass Musik sowieso niemandem "gehört" und bestimmte Ding zu einer bestimmten zeit "in der Luft liegen". Je mehr eher unbekannte Stücke und Komponisten man in der klassischen Musik hört, desto deutlicher tritt in Erscheinung, dass es zwischen dem Bekannten, was sonst so einzigartig erscheint, es eine Vielzahl an Verbindungen durch wenig gespielte Komponisten und vernachlässigte Werke gibt.
The Morning of the Year Op. 45 No.2 (1926-27) H. 164
xxxxxx
STREICHORCHESTER
St Paul's Suite, Op. 29/2 (1913) H. 118 ***12
Für mich ist Holsts St Paul´s Suite im Schaffen des Komponisten quasi das Pendant zu Mozarts "kleine Nachtmusik". Denn wie bei dem in der Bedeutung unterschätzten Werk Mozarts ist auch die St Paul´s Suite von essentieller Klarheit, kristallener Struktur und höchster Verständlichkeit geprägt. Wo Mozarts Serenade in ihrer überbietbaren offen Sichtbarkeit der Form und Effizienz ins Maschinenzeitalter führt, da entschlackt Holst mit scheinbar romantischen Mitteln genau diese Romantik zu völliger Reinheit. Alles im Gesamten und den einzelnen Teilen ist klar, nichts übertrieben und alles hat eine musikalische Aussage. Wie bei Mozarts Serenade ist auch hier die Lust des Komponisten zu spüren, mit Selbstbewusstsein an alles Können in angemessenem Rahmen zu zeigen. Ein apollinisches Meisterwerk.
Nocturne from A Moorside Suite (1928) H 173 arr. GH
Brook Green Suite (1933) H. 190 *12
BÜHNENMUSIKEN
The Vision of Dame Christian Op. 27A (1909)
- Prelude
- First Chorus: "Knowest thou not the warning"
- Hymn: "Oh let us render thanks to God above"
- Choral Dance: "How shall we tell of him"
- Finale
Seven Choruses from the Alcestis of Euripides (1920) H. 146 (unison voices, harp and 3 flutes)
- O Paian wise!
- Daughet of Pelias, fare thee well
- Oh, a House that loves the stranger
- Ah me! Farewell- Advance, advance
- I have sojourned in the Muses' land
- There be many shapes of mystery
St Martin's Pageant (1921) H. App. m, 22
The Coming of Christ (1927) H. 170
- First Song of the Host of Heaven
- Song of the Four Angels
- Second Song of the Host of Heaven
- First Song of the Kings
- Second Song of the Kings
- The Antiphonal
- The Song of the Coming of Christ
The Passing of the Essenes (1930) H. 180 (male voices in unison)
The Song of Solomon (1933-4) H. App. n, 17
Stepney Pageant Op. 27B (1909)
The Pageant of London (1910)
The Sneezing Charm (1920)
- Prelude
- Song
- Ballet
FILM MUSIK
The Bells (1931) H. 184
Leider ist das Werk verschollen
BAND (Military or Wind Band) (Bläser Ensemble)
Marching Song from Two Songs Without Words, Op. 22 (1906) H. 88, arr. GH
Suite No. 1, Op. 28/1 (1909) H. 105 **12
- Chaconne
- Intermezzo
- March
Suite No. 2, Op. 28/2 (1911) H. 106
- March
- Song without words: I'll love my love
- Song of the Blacksmith
- Fantasia on the Dargason
Three Folk Tunes (c. 1911) H. 106a
Fugue a la Gigue by J. S. Bach (BWV 577), arr. GH (1928) H. App. HI, 25
Hammersmith, Op. 52 (1930) H. 178 ***124
- Prelude
- Scherzo
Ein großartig virtuose, witzige und vielschichtige Komposition. Der ersten quasi "originale" Version für Military Band, also Holzbläser, Blechbläser und Schlagzeug hat Holst 1930 noch eine Orchesterfassung folgen lassen. Die Version ohne Streicher lässt das Werk in allen Besonderheiten, Bildern und Emotionen aufleuchten. Musikalischer Nebel zu Beginn, Weckruf der Trompeten, Posaunen Glissandi, dann freie Tonalität, eine harte Stimmführung, Freude an schrillen Akkorden und Farben, aber auch abstruse tänzerische Momente im hektischen Hauptteil und ein psychodelischer Mittelteil mit Solo-Saxophon.
Eines der wenigen wirklich großen Bläserstücke des 20ten Jahrhunderts!
Es ist erstaunlich, dass Holst angesichts der Perfektion dieser ersten Band-Fassung überhaupt eine weitere Fassung erstellt hat. Vielleicht ein Hinweis dafür, wie sehr er seine Komposition geschätzt hat.
BRASS BAND (Blechbläser Ensemble)
A Moorside Suite (1928) H. 173 *1
- Scherzo
- Nocturne
- March
SOLO INSTRUMENTE und ORCHESTER
A Song of the Night for violin and orch., Op. 19/1 (1905) H. 74
Die erste Konzertkomposition, welche noch sehr von einer dramatisch expressiven Romantik geprägt ist. Auch Wilhelm Stenhammar schrieb in seinen frühen Jahren ähnlich, bevor er einen ganz anderen Weg beschritt. Aber es ist immer zu bedenken: In welchen "Stil" Holst auch schrieb oder welcher Phase er sich befand - jedes Werk ist in sich stimmig und überzeugend.
Invocation for cello and orch., Op. 19/2 (1911) H. 75
Dem der Opuszahl nach Zwillingswerks von A Song of Night op.19/1 merkt man doch an, dass es sechs Jahre später entstanden ist. Der Tonfall ist bei weitem nicht so romantisch dramatisch. Gelassener und mehr auf thematische Arbeit, Klarheit in der Durchführung und Proportionen der Komposition bedacht. Ein Juwel absoluter Musik am vor dem Übergang von Romantik zu neueren Klängen.
A Fugal Concerto for flute, oboe, and strings, Op. 40/2 (1923) H. 152 *1
- Moderato
- Adagio
- Allegro
Ein kurzes konzertantes Werk - sowohl in der kompositorischen Anlage als auch der Leichtigkeit ganz im barocken Sinne. Ein sehr kurzer Eileitungssatz, ein ebenfalls kurzes Adagio mit dennoch weitem melodiösen Bogen und eine fugiertes Finale mit einer kleiner Überraschung als längsten der drei Sätze. Eine eher unscheinbare Komposition Holsts ohne Anspruch, aber mit hochbefriedigendem Nachhall und Neobarockes Meisterwerk höchster kompositorischer Klasse.
Double Concerto for 2 violins and orch., Op. 49(1929) H. 175
- Scherzo
- Lament
- Variations on a Ground
Lyric Movement for viola and orch. (1933) H. 191
*1
Schlicht und dennoch bewegend. Eines der wenigen Werke in Holsts spätem Stil oder besser gesagt:
Chamber Ensembles
Short Pianoforte Trio in E (1894)
(Klavier, Violine, Cello)
- Allegro moderato
- Adagio
- Andante con moto
Quintet Op. 3 (1896) (H.11)
(Klavier, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott)
- Allegro moderato
- Scherzo, allegro vivace
- Adagio
- Allegro con brio
Sextett e-moll (1900)
(Oboe, Klarinette in A, Fagott, Violine, Viola, Cello)
- Moderato
- Scherzo - Allegro vivace
- Adagio
- Thema - Allegretto
Quintet As-Dur Op. 14 (H.67) (1903) *1
(Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott)
- Allegro moderato
- Adagio
- Minuet (in Canon) and Trio
- Theme and Variations: Poco allegro e cantabile
Seven Scottish Airs (1906)
Three Pieces Op. 2 (1910)
(Oboe, Streichquertett)
- March
- Minuet
- Scherzo(Phantasy)
Quartet on British Folksongs Op. 36 (1916)
Terzetto (1925)
(Flöte, Oboe, Klarinette)
- Allegretto
- Un poco vivace
Keyboard Music
Arpeggio Study (1892)
Dances for piano duet (1895)
- Allegretto
- Ländler
Deux Pieces (1901)
- Fancine
- Lucille
Toccata (1924) *1
A Piece for Yvonne (1924)
Chrissemas Day in the morning Op. 46 No.1 (1926)
Two Folk Song Fragments Op. 46 No.2 (1927)
- O! I hae seen the roses blaw *1
- The Shoemakker
Two Pieces (1930-32)
- Nocturne **1
- Jig
CHOR und ORCHESTER
GEMISCHTE STIMMEN und ORCHESTER
Horatius (c. 1887) H. App. II, 1 (incomplete)
Clear and Cool, Op. 5 (1897) H. 30
King Estmere, Op. 17 (1903) H. 70
Choral Hymns from the Rig Veda: 1 st Group,Op. 26/1 (1908-10) H. 97
1. Battle Hymn
2. To the Unknown God
3. Funeral Hymn Christmas Day (1910) H. 109
The Cloud Messenger, Op. 30 (1910-12) H. 111
News From Whydah by Henry Balfour Gardiner, orch. GH (c. 1912) H. App. m, 14
Two Psalms (1912) H. 117 (strings and organ or brass) *12
1. To My Humble Supplication (Psalm 86)
2. Lord, Who Hast Made Us for Thine Own (Psalm 148)
Three Festival Choruses, Op. 36a (1916) H. 134:
1.Let All Mortal Flesh Keep Silence
2. Turn Back, O Man
3. A Festival Chime
The Hymn of Jesus, Op. 37 (1917) H. 140 ***1234
All People That On Earth Do Dwell arr. GH (c. 1916-19) H. App, E1, 17
Ode to Death, Op. 38 (1919) H. 144 ***123
Short Festival Te Deum (1919) H. 145 *123
xxx
First Choral Symphony, Op. 41 (1923-4) H. 155 (soprano solo) **123
Anmerkungen siehe bei ORCHESTERWERKE
A Choral Fantasia, Op. 51 (1930) H. 177 (Soprano solo) *1234
Ein großartiges Spätwerk, das unbedingt eine große Bekanntheit verdient - auch wegen des spirituellen Inhalts!
MÄNNERSTIMMEN und ORCHESTER
Ode to the North East Wind (1892) H. App. 1, 20
Choral Hymns from the Rig Veda: 4th Group, Op. 26/4 (1912) H. 100 (strings or piano, with brass ad lib)
1. Hymn to Agni (the sacrificial fire)
2. Hymn to Soma
3. Hymn to Manas
4. Hymn to India
Six Choruses, Op. 53 (1931-2) H. 186 (strings or organ/piano) *
1. Intercession
2. Good Friday
3. Drinking Song
4. A Love Song
5. How Mighty are the Sabbaths (full Orchestra — also a simplified version for unison voices, strings and organ)
6. Before Sleep
[7. When the Dawn at Early Morning - discarded, incomplete]
FRAUENSTIMMEN und ORCHESTER
Choral Hymns from the Rig Veda: 2nd Group, Op. 26, 2 (1909) H. 98 (or piano and violins ad lib) *
1. To Varuna (God Of The Waters)
2. To Agni (God Of Fire)
3. Funeral Chant
Hecuba's Lament, Op. 31/1 (1911) H. 115
Lord, Who Hast Made Us For Thine Own: No. 2 of Two Psalms arr. from the original mixed-voice version (1912) H. 117 (strings and organ or piano)
Hymn to Dionysus, Op. 31/2 (1913) H. 116
A Dream of Christmas (1917) H. 159 (strings or piano)
Seven Part-Songs, Op. 44 (1925-6) H. 162 (strings):
1. Say Who Is This!
2. 0 Love, I Complain
3. Angel Spirits of 'Sleep
4. When First We Met
5. Sorrow And Joy
6. Love on My Heart from Heaven Fell
7. Assemble, All Ye Maidens *
Ein Chorzyklus (Frauenstimmen und Streicher) am Rande zum Spätwerk. Holst wählt hier einen eigenen Weg zwischen zeitgemäßem Komponieren und hie und da einem Hauch von englischem Lied in den Melodien. Alle Lieder umweht eine eigen distanzierte Kühle, was sicher mit der harmonisch freien Tonsatz zu tun hat. Die ersten sechs Chorsätze wirken wie verschiedene Möglichkeiten eines Vorspiels zu dem Hauptsatz
Assemble, All Ya Maidens, welcher fast die Hälfte der Gesamtspielzeit ausmacht. Die Seven Part-Songs zählen im Gesamteindruck trotz ihrer quasi distanzierten Expressivität und tendenziellen Ruhe mit zum Modernsten des Komponisten.
CHOR und Begleitung (kleine Besetzung oder Instrument)
GEMISCHTE STIMMEN mit Begleitung
A Christmas Carol (c. 1890) H. App. I, 7 (piano)
The Listening Angels (1891) H. App. I, 5 (piano) (incomplete)
New Year Chorus (1892) H. App. I, 16 (piano)
Winter and the Birds (c. 1893-4) H. App. 1,40:2 (piano)
Not Unto Us, O Lord (c. 1893-6) H. 22 (organ)
Four Old English Carols, Op. 20b (1907) H. 82 (piano):
1. A Babels Born
2. Now Let Us Sing
3. Jesu, Thou the Virgin-Born
4. The Saviour of the World
A Welcome Song (c. 1907-8) H. 91: 1 (oboe and cello)
Terly Tertow (1916) H. 91:2 (oboe and cello)
Man Born to Toil (1927) H. 168 (organ)
Eternal Father (1927) H. 169 (organ)
MÄNNERSTIMMEN mit Begleitung
A Dirge for Two Veterans (1914) H. 121 (male choir, brass and percussion) *
Das Klagelied zählt trotz der eingeschränkten Besetzung (Männerchor, Blechbläsern und Schlagwerk) und weniger als sieben Minuten Spielzeit zu den stark visionären und Gänsehaut erzeugenden Werken des Komponisten - entstanden Anfang 1914 auf einen Text von Walt Whitman. Zwei gefallene Soldaten - Vater und Sohn - werden in einer Vision nachts bei Vollmondschein unter dem Klang von Hörnern und Trommeln zu Grabe getragen. Der Schluss des Gedichts lautet von Inge Moore übersetzt: "O meine zwei Soldaten! O meine Gefallenen, die Ihr zu Grabe getragen werden! Was ich habe, gebe ich euch. Der Mond gibt euch Licht, und die Hörner und Trommeln geben euch Musik, und mein Herz, o meine Soldaten, meine Gefallenen, mein Herz gibt euch Liebe."
Anzumerken wäre, dass diese Komposition ein halbes Jahr VOR dem Ersten Weltkrieg zur selben Zeit wie der Kopfsatz Mars aus den Planeten entstanden ist. Bemerkenswert ist der Titel des Gedichts A Dirge for Two Vetetans - also Klagelied für zwei Veteranen. Denn das Wort "Veterans" bedeutet dasselbe wie im Deutschen. "Gefallene" heißen im englischen"Fallen". Im Kontext des Gedichts handelt es sich aber um gefallene Soldaten (in der Übersetzung von Inge Moore auch so benannt) - was nahelegt, dass Walt Whitman von einer lange vergangenen Zeit spricht - von längst gefallenen aber nicht vergessenen Soldaten, welche nun Veteranen WÄREN ... ?
Diese Auslegung würde das Traumhafte unterstützen und die Pein der Hinterbliebenen. Es ist im Gedicht auch von den eigenen ungeschützten Empfindungen der Wahrnehmung des Trauerzugs die Rede: Der riesengroße stille Mond als Phantom, der durch und durch gehende erschütternden Schlag der großen Trommel, das unaufhörliche Gerassel der kleinen Trommel. Ein quälender Traum, gegen den man sich nicht erwehren kann. Und zugleich befriedigt der Totenmarsch, tröstet der Mond . . .
Ein Gedicht mit vielen Gesichtern - und ebensolche Musik: Denn bei aller Schlichtheit ist die Harmonik geisterhaft und ein falscher Kontrapunkt lässt hie und da unmittelbar an Kurt Weills Kompositionstechnik denken, in der es ebenso oft keinen festen Boden unter den Füßen gibt und Sicherheit und Halt im Bekannten und Tradierten verloren gegangen sind . . .
Eine Komposition mit weit größerer Klage als um zwei Soldaten - wenige Monate vor dem großen sinnlosen Krieg niedergeschrieben. Holst war Pazifist und hatte dann im Ersten Weltkrieg wegen seines quasi "Deutschen" Namen (damals noch
Gustav von Holst) so manche Aversion durch einige seiner Landleute zu ertragen.
FRAUENSTIMMEN mit Begleitung
Four Old English Carols (1907) H. 82, arr. GH from the mixed-voice originals (piano)
Choral Hymns from the Rig Veda: 3rd Group, Op. 26/3 (1910) H. 99 (harp) **123
1. Hymn to the Dawn
2. Hymn to the Waters
3. Hymn to Vena
4. Hymn of the Travellers
Die dritte Gruppe der Choral Hymns from the Rig Veda op. 26 ist die bekannteste der vier Gruppen des 45-minütigen Werks und auch am häufigsten aufgeführt (sogar in Deutschland). Die Besetzung ist Frauenchor mit Harfe. Hymn to the Dawn wird vom Hörer als eine permanente Aufsteigende Linie empfunden, sodass es sich inhaltlich wohl um die Morgendämmerung handelt. Die Wasser von Hymn to the Waters fließen in der Harfe immerzu abwärts, während der Frauenchor eine schöne etwas englische anmutende Melodie in ein indisches Gewand kleidet. Hymn to Vena ist das Zentrum der dritten Gruppe und in seiner abdriftenden Harmonik voller Weltferne und Sehnsucht und einem großen Höhepunkt einfach unwiderstehlich. Das die Werkgruppe abschließende Hymn of the Travellers hat in seiner sich quasi immer gleichen "länger-kürzer" (3+2 Zählzeiten) hin und her schwingenden Bewegung und der melismatischen Melodie eine magische Wirkung.
Two Eastern Pictures (1911) H. 112 (female choir, harp <or piano>) *12
1. Spring
2. Summer
Zwei bezaubernde kleine Charakterstücke für Frauenchor mit einer wunderbar farbig fein eingesetzten Harfe - das erste beschwingt heiter, das zweite leicht leicht melancholisch schwingend mit teilweise summendem Chor.
Dirge and Hymeneal (1915) H.124 (piano)
GLEICHE STIMMEN (Kanons) mit Begleitung
Eight Canons Nos. 7-8 (1932) H. 187 (piano; also arr. IH for strings):
7. Evening on the Moselle
8. If 'Twere the Time of Lilies
KINDERSTIMMEN mit Begleitung
Clouds o'er the Summer Sky (c. 1902) H. 40 (piano)
Four Part-Songs (1910) H. 110 (piano):
1. Song of the Ship-builders
2. Song of the Shoemakers
3. Song of 'the Fishermen
4. Song of the Drovers
Two Part-Songs (1917) H. 138 (piano):
1. The Corn Song
2. Song of the Lumbermen
UNISONO STIMMEN und Begleitung
Three Carols (1916-17) H. 133 (or piano):
I. Christmas Song: On this Day
2.1 Saw Three Ships
3. Masters in This Hall
Seven Folksongs (c. 1904-19) H. 85:
1. On the Banks of the Nile
2. The Willow Tree
3. Our Ship She Lies in Harbour
4. I'll Love My Love
5. Claudy Banks
6. John Barleycorn
7. Spanish Ladies
I Vow To Thee, my Country arr. GH (c. 1918) from Jupiter theme in The Planets (1914-H) H. 148 (or piano)
UNISONO STIMMEN mit Begleitung
The Strain Upraise: anthem with treble solo (c. 1891-92) H. App. 1,4 (organ)
Advent Litany (c. 1891-92) H. App. I, 6 (organ)
Sanctus (1892) H. App. I, 15 (organ)
Our Ship She Lies In Harbour: No. 16 of Folksongs From Hampshire (c. 1908) H. 83, arr. from the original song version (piano)
Song of the Shoemakers: No. 2 of Four Part-Songs for children (1910) H. 110, arr. from the original 3-part version (piano)
In Loyal Bonds United (Coronation Song/An Empire Day Song) (1911) H. 113 (piano)
Playground Song (1911) H. 1 18a (piano)
Roadways (c. 1931) H. 181 (piano)
CHOR A CAPPELLA
GEMISCHTE STIMMEN a cappella
Ah Tyrant Love (189-) H. 18
It Was A Lover And His Lass (189-) H. 59
The Stars Are With The Voyager. 2 settings (189- and 1895) H. 2
Love Wakes and Weeps (1894) H. App. I, 41
The Autumn Is Old (1895) H. 1
O Lady, Leave That Silken Thread (1895) H. 4: 1
Spring It Is Cheery (1895) H. 3
The Kiss (1896) H. 16
Light Leaves Whisper (c. 1896) H. 20
There's a Voice in the Wind (1896) H. 15
Five Part-Songs, Op. 9a (1897-1900) H. 48
1. Love is Enough
2. To Sylvia
3. Autumn (Song)
4. Come Away, Death
5. A Love Song
Thou Didst Delight My Eyes (c. 1903) H. 58
Five Part-Songs, Op. 12 (1902-3) H. 61
1. Dream Tryst
2. Ye Little Birds
3. Her Eyes The Glow-Worm Lend Thee
4. Now is the Month of Maying
5. Come To Me
Two Part-Songs (pre-1908) H. 76, 78
1. In Youth Is Pleasure
2. Now Rest Thee From All Care
I Love Thee (c. 1912) H. 57
Nunc Dimittis (1915) H. 127
This Have I Done for My True Love [1916) H. 128
Lullay My Liking, Op. 34/2 (1916) H. 129
Of One That Is So Fair and Bright, Op. 34/3 (c. 1916) H. 130
Bring Us In Good Ale, Op. 34/4 (1916) H. 131
Six Choral Folksongs, Op. 36b (1916) H. 136 *
1. I Sowed the Seeds of Love
2. There Was a Tree
3. Matthew, Mark, Luke and John
4. The Song of the Blacksmith
5. I Love My Love
6. Swansea Town
Diverus and Lazarus (c.1916) H. 137
Two Motets, Op. 43 (1924-5) H. 159-60
1. The Evening-Watch **1234
2. Sing Me the Men
The Evening Whatch ist eines der faszinierenden Chorstücke in der gesamten Literatur.
Ode to C.K.S. and the Oriana (1925) H. 157
O Magnum Mysterium by William Byrd, ed. GH (1927) H. App. ED, 24
It Wassail Song (1931) H. 182
Twelve Welsh Folksongs (1930-1) H.183 *12
1. Lisa Lan
2. Green Grass
3. The Dove
4. Awake, Awake
5. The Nightingale and Linnet
6. The Mother-In-Law 1'. The First Love
8. O 'twas on a Monday morning -
9. My Sweetheart's Like Venus
10. White Summer Rose
11. The Lively Pair
12. The Lover's Complaint
Ein Wunderbar meisterhafter und seelenvoller Schlusspunkt in Holsts Chor a capella Schaffen.
O Spiritual Pilgrim (1933) H. 188
MÄNNERSTIMMEN
The Homecoming (1913) H. 120
Six Choral Folksongs Nos. 1, 3-6 (1916) H. 136, air. GH (1924) from the mixed-voice originals
FRAUENSTIMMEN
Ave Maria, Maiden MW(1894) H. App. 1,35
Fathoms Deep Beneath the Wave (1894) H. App. 1,36
Now Winter's Winds are Banished (c. 1894) H. App. 1,37
Summer's Welcome (1894) H. App. 1,39
There Is Dew For The Flow'ret (1894) H. App. 1,38: 2
Winter and the Birds (1894) H. App. 1,40: 1
All Night I Waited By The Spring (1890s) H. 12
Three Short Part-songs (1896) H. 13:
1. In The Forest Moonbeam-brightened
2. All The Nests With Song Are Ringing
3. Soft and Gently
O Spring's Little Children (1897) H. 24
Autumn Song (1899) H. 48: 3a
Ave Maria, Op. 9b (1900) H. 49
**12
Xxxx beim ersten Hören könnte man denken "was für ein schönes unbekanntes Ave Maria von Anton Bruckner".
Songs from 'The Princess', Op. 20a (1905) H. 80:
1. Sweet And Low
2. The Splendour Falls
3. Tears, Idle Tears
4. O Swallow, Swallow
(4a. Home They Brought Her Warrior Dead - unpublished)
5. Now Sleeps The Crimson Petal
Adoramus Te Christe by Orlando di Lasso, air. GH (c. 1908) H. App. Ill, 10
Benedictus by William Byrd, air. GH (c. 1908) H. App. Ill, 8
Help Me, O Lord by Thomas Augustine Arne, arr. GH (c. 1908) H. App. Ill, 9
How Merrily We Live by Michael Este (East), arr. GH (c. 1908) H. App. Ill, 7
A Song of Fairies (c. 1909) H. 104
Pastoral (c. 1909) H. 92
The Swallow Leaves Her Nest (c. 1913) H. 119
Old Airs and Glees by various composers, arr. GH (e. 1913-16) H. App. Ill, 16
Here Is Joy For Every Age (c. 1916-17) H. 142
SOLO STIMME (mit unterschiedlichen Begleitungen)
Four Songs Op. 4 (1896-98)
- Margrete's Cradle
- Slumber
- Softly and Gently
- Awake, my Heart
Örnulf's Drapa Op. 6 (1898)
Six Songs Op. 15 (1902-03)
- Invocation to the Dawn
- Fain Would I Change That Note
- The Sergeant's Song
- In a Wood
- Between Us Now
- I Will Not Let Thee Go
Six Songs Op. 16 (1903-04)
- Calm is the Morn
- My True Love Hath My Heart
- Weep You No More, Sad Fountains
- Lovely Kind and Kindly Loving
- Cradle Song
- Peace
The Mystic Trumpeter Op. 18 (1904)
Xxxx
The Heart Worships (1907)
Hymns from the Rig Veda Op. 24 (1907-08) *123
- Ushas (Dawn)
- Varuna I (Sky)
- Maruts (Stormclouds)
- Indra (God of Storm & Battle)
- Varuna II (The Waters)
- Song of the Frogs
- Vac (Speech)
- Creation
- Faith (Sraddha)
- Battle Song (Indra and Maruts)
- Manas- Funeral Hymn
Xxxx
Four Songs for voice and violin Op. 35 (1916-17) *123
- Jesu Sweet, Now will I Sing
- My Soul Has Nought but Fire and Ice
- I Sing of a Maiden
- My Leman is So True
Xxxx
Twelve Songs Op. 48 (1929) **123
- Persephone
- Things Lovelier
- Now in These Fairylands
- The Thought
- The Floral Bandit
- A Little Music
- Envoi
- The Dream City
- In the Street of Lost Time
- Rhyme
- Journey's End
- Betelgeuse
Xxxx
OPER
Wie auch Antonin Dvorak hat sich Gustav Holst durchaus als Opernkomponist gesehen - auch wenn beide sowohl in der Rezeption als auch der Musikszene so nicht wahrgenommen werden.
Sita: Opera in three Acts, Op. 23 (c. 1900-06) H. 89
Die Oper Sita harrt immer noch auf eine Aufführung, welche aufgezeichnet wurde, sodass der Klassikliebhaber sich einen Eindruck verschaffen kann. 2025 gab es eine Inszenierung an einer deutschen Oper, aber ich konnte noch nicht eruieren, ob es von dieser Aufführung einen Tonmitschnitt oder ein Video gibt.
Savitri: an Episode from the Mahabharata, Op. 25 (1908-9) H. 96
**1234
Der Einakter Savitri (Spieldauer weniger als 40 Minuten) ist die international verständlichste und auch auf Anhieb eingängigste Oper Holsts. Die Handlung ist einfach und es sind für den Nicht-Briten keine Vorkenntnisse vonnöten: weder bezüglich der Musik (im Gegensatz zu "The Perfect Fool") oder des Inhalts (im Gegensatz zu "At the Boar´s Head"). Der interessierte Hörer hat zum Glück die Möglichkeit, das großartige eher frühe und dennoch reife Werk in verschiedenen Einspielungen kennenlernen zu können - vielleicht zu Beginn am besten mit Imogen Holst (Decca Studio und auch ein Lve-Mitschnitt).
Opera as She is Wrote: Parody (1917-18) H. App. II, 15
Was für eine neugierig machender Titel für eine Oper. Der Zusatz Parodie (was man auch über "The Perfect Fool" sagen könnte
The Perfect Fool: Opera in one Act, Op. 39 (1918-22) H. 150
Zum Glück gibt es mittlerweile zwei Aufnahmen / Mitschnitte dieser vielschichtigen und leicht misszuverstehenden Oper (eine Stunde Spielzeit)
At the Boar's Head: a musical Interlude in one Act, Op. 42 (1924) H. 156
Um dieses "Musikalische Zwischenspiel in einem Akt" (Spieldauer unter einer Stunde) ganz erfassen und genießen zu können, ist eine gewisse Kenntnis von Shakespeares Bühnenstücken xxx und xxxx hilfreich.
The Wandering Scholar: Chamber Opera in one Act, Op. 50 (1929-30) H. 176
Der kurze Einakter "The Wandering Scholar" liegt in der Beliebtheit und der Häufigkeit der Aufführungen gleich nach "Savitri"
Opera
The Revoke Op. 1 (1895)
The Idea (1896)
Sita Op. 23 (1899-1906)
The Youth's Choice Op. 11 (1902)
Werke nach Sparten
Chamber Orchestra (or String Orchestra)
Two Songs without Words Op. 22 (1906)
- Country Song
- Marching Song
St Paul's Suite Op. 29 No.2 (1913)
- Jig
- Ostinato
- Intermezzo
- Finale: The Dargason
Brook Green Suite (1933)
- Prelude
- Air
- Dance
Choral (with orchestra)
Clear and Cool Op. 5 (1897)
King Estmere Op. 17 (1903)
Choral Hymns from the Rig Veda.
First Group Op. 26 No.1 (1908-10)
- Battle Hymn
- To the Unknown God
- Funeral Hymn
Choral Hymns from the Rig Veda.
Second Group. Op. 26 No.2 (1909)
- To Varuna
- To Agni-
Funeral Chant
The Cloud Messenger Op. 30 (1909-10)
Christmas Day (1910)
Hecuba's Lament Op. 31 No.1 (1911)
Choral Hymns from the Rig Veda.
Fourth Group Op. 26 No.4 (1912)
- Hymn to Agni
- Hymn to Soma
- Hymn to Manas
- Hymn to Indra
Two Psalms (1912)
- To My Humble Supplication (Psalm 86)
- Lord, Who Hast Made Us for Thine Own (Psalm 148)
Hymn to Dionysus Op. 31 No.2 (1913)
Three Festival Choruses Op. 36A (1916)
- Let All Mortal Flesh Keep Silence
- Turn Back, O Man
- A Festival Chime
Three Carols (1916-17)
- Christmas Song: On this Day
- I Saw Three Ships
- Masters in This Hall
The Hymn of Jesus Op. 37 (1917)
I vow to thee, my country (1918)
Ode to Death Op. 38 (1919)
Short Festival Te Deum (1919)
First Choral Symphony Op. 41 (1923-24)
- Prelude: Invocation to Pan- Song and Bacchanal
- Ode on a Grecian Urn
- Scherzo: Fancy- Folly's Song
- Finale
A Choral Fantasia Op. 51 (1930)
Choral (with varied accompaniment)
Four Old English Carols Op. 20B (1907)
- A Babe is Born
- Now Let Us Sing
- Jesu, Thou the Virgin-Born
- The Saviour of the World
A Welcome Song (1907-8)
Choral Hymns from the Rig Veda.
Third Group Op. 26 No.3 (1910)
- Hymn to the Dawn
- Hymn to the Waters
- Hymn to Vena
- Hymn of the Travellers
Two Eastern Pictures (1911)
- Spring
- Summer
A Dirge for Two Veterans (1914)
Dirge and Hymeneal (1915)
Terly Terlow (1916)
Seven Part-Songs Op. 44 (1925-26)
- Say, Who Is This?
- O Love, I Complain
- Angel Spirits of Sleep
- When First We Met
- Sorrow and Joy
- Love on My Heart from Heaven Fell
- Assemble, All Ye Maidens
Eternal Father (1927)
Man born to toil (1927)
Six Choruses Op. 53 (1931-32)
- Intercession
- Good Friday
- Drinking Song
- A Love Song
- How Mighty are the Sabbaths
- Before Sleep
Choral (a cappella)
Light leaves whisper (1896)
Five Part-Songs Op. 9A (1897-1900)
- Love is Enough
- To Sylvia
- Autumn
- Come Away, Death
- A Love Song
Ave Maria Op. 9B (1900)
Five Part-Songs Op. 12 (1902-3)
- Dream Tryst
- Ye Little Birds
- Her Eyes The Glow
-Worm Lend Thee
- Now is the Month of Maying
- Come To Me
Songs from 'The Princess' Op. 20A (1905)
- Sweet and Low
- The Slendour Falls
- Tears, Idle Tears
- O Swallow, Swallow
- Now Sleeps The Crimson Petal
Home they brought her warrior dead (1905)
In youth is pleasure (1908)
The Swallow leaves her nest (1913)
Nunc dimittis (1915)
Diverus and Lazarus (1916)
Six Choral Folk Songs Op. 36B (1916)
- I Sowed the Seeds of Love
- There Was a Tree
- Matthew, Mark, Luke and John
- The Song of the Blacksmith
- I Love My Love
- Swansea Town
Bring us in good ale Op. 34 No.4 (1916)
Lullay my liking Op. 34 No.2 (1916)
This have I done for my true love Op. 34 No.1 (1916)
Of one that is so fair Op. 34 No.3 (1916)
Sing me the men Op. 43 No.2 (1924-25)
The Evening Watch Op. 43 No.1 (1924-25)
Twelve Welsh Folk Songs (1930-31)
- Lisa Lan
- Green Grass
- The Dove
- Awake, Awake
- The Nightingale and Linnet
- The Mother-In-Law
- The First Love
- O 'twas on a Monday morning
- My Sweetheart's Like Venus
- White Summer Rose
- The Lively Pair
- The Lover's Complaint
Wassail Song (1931)
Eight canons (1932)
- If You Love Songs
- Lovely Venus
- The Fields of Sorrow
- David's Lament for Jonathan
- O Strong of Heart
- Truth of All Truth
- Evening on the Moselle
- If 'Twere the Time of Lilies
O Spiritual Pilgrim (1933)
Come live with me (1933)
Hymns
In the Bleak Midwinter (1905)
From Glory to Glory Advancing (1905)
Holy Ghost, Come Down Upon Thy Children (1905)
O Valiant Hearts (1925)
I Sought Thee Round About, O Thou My God (1925)
In This World, the Isle of Dreams (1925)
Onward, Christian Soldiers (1925)
