Veranstaltungen im Schwedenhaus
Zukünftige, aktuelle und vergangene Konzerte, Themenabende, Lesungen, Kurse o.ä.
In unregelmäßigen Abständen finden im Schwedenhaus in der Gartenbeetstrasse Nr. 5 in Großdeinbach (Ortsteil von 73527 Schwäbisch Gmünd) Konzerte, kulturelle Veranstaltungen, Themenabende oder andere soziale Events statt. Der ansonsten private Wohnraum (UNSER Schwedenhaus) wird dann zur offenen Begegnungsstätte - eben DAS Schwedenhaus.
Nach dem ersten Konzert (kurze Zeit nach Fertigstellung des Baus) wurden weitere Aktivitäten zuerst durch Corona und dann durch persönliche Krankheit vereitelt. Die sich bedenklich eintrübende gesellschaftliche Stimmung war uns starker Antrieb das positive Projekt wieder aufzunehmen.
Wir freuen uns, wenn ein paarmal im Jahr Veranstaltungen stattfinden können - aber noch wichtiger erscheint es uns, dass unser soziales Engagement im Schwedenhaus zeigt, dass Idealismus und Hoffnung sich auch in kritischen Zeiten nicht vertreiben lassen.
Möge das Schwedenhaus als Begegnungsstätte etwas bewirken helfen - in Freude, Austausch, Bewusstsein und sozialem Frieden.
Claudia Ewert & Joachim Wagner
EILUNG21.03.2026:
Themenabend HEILUNG
Wir laden Sie herzlich ein ins Schwedenhaus zu einem Themenabend HEILUNG mit Einführungsvortrag, danach Fragen des Publikums (gewünscht und sehr wichtig für die Lebendigkeit des Abends!) und dann Gesprächsaustausch.
Zuerst war das Thema HOMÖOPATHIE angedacht, aber im Lauf der Vorbereitung des Einführungsvortrags wurde klar, dass beim allgemeinen Verständnis der Homöopathie die Erwartungen ins Thema begrenzt oder missverständlich wären und die fruchtlose Kontroverse um Wirksamkeit und Finanzen Themenabends inhaltlich ausbremsen könnten.
Homöopathie ist dem Referenten dennoch als Leitlinie und Beispiel in den Ausführungen Gerüst, um das Wesen von Heilung konkret darzustellen. Prinzip und Wirkungsweise der Homöopathie sind ideal dafür geeignet.
Die sensibilisierende Einführung wird aufzeigen, dass und inwiefern ein ganzheitliches Bewusstsein Chancen für den einzelnen Menschen, für eine Gemeinschaft in räumlich begrenzten Rahmen (z.B. Dorfgemeinschaft) und auch für die Gesellschaft als Ganzes real und als Utopie birgt.

HEILUNG ist - im Gegensatz zum Begriff Gesundung - ein Wort, dass wir Menschen sofort mit Spiritualität, Religion und Gott in Verbindung bringen. Der Anspruch solch eines Gelingens ist gefühlt wesentlich größer und scheint auch nicht nur in der Macht des Menschen zu liegen. Diese Ahnungen berühren tatsächlich schon wesentliche Aspekte der Betrachtung des Themas dieses Abends - auch wenn das Göttliche stark in Bezug zu eigenverantwortlichem Handeln gebracht wird.
Der mit der Materie Homöopathie und ganzheitlichem Heilungsansatz vertraute Referent Joachim Wagner möchte mit diesem Themenabend neugierig machen auf die Möglichkeit von Heilung durch Bewusstsein für Wechselwirkungen, das Lernen von "An-Erkennen, was ist", schmerzliche Erkenntnisse und eigene Justierung durch Spiegelresonanzen.
Auch wenn die Homöopathie quasi einen Rahmen bildet, so geht es in dieser Einführung nicht um einen praktischen Ratgeber bei der Behandlung von Krankheitssymptomen: Homöopathie ist sowieso weit mehr als die Einnahme von Globuli als "bewährte Anwendungen" im Sinne der Verwendung herkömmlicher Medikamente - nur hier eben halt aus der homöopathischen Hausapotheke . .
Das Verständnis der homöopathischen Wirkungsweise als Resonanzraum, der Sinn und das Wesen der Anamnese und der Mittelbilder (Konstitutionsmittel) im Sinne von Sensibilisierung und Selbsterkenntnis, die möglichen Formen der Arbeit mit einem Homöopathen (klassische Homöopathie, kreative Homöopathie, prozessorientierte Homöopathie, Sehgal-Methode, psychologische und Gesprächs-Homöopathie) als ganz individuelle Resonanz, welche jedem auf seine Weise seinen eigenen Weg der Heilung zeigt und die konkrete Anwendung sind Gerüst des ersten Teils der Einführung.
Der zweite Teil der Einführung widmet sich dem Wesen der Heilung und was diese sein könnte:
Gedanken zu den Auswirkungen auf die eigene Lebenswahrnehmung und somit auch Einstellung - also dem konkreten Bezug zum täglichen Leben und somit zu der utopischen Chance (als Gegensatz zu lähmenden dystopischen Ängsten) einer gesellschaftlich Heilung. Begriffe wie Achtsamkeit, Akzeptanz und Selbstverantwortung werden dabei auf den Ebenen Gesundheit, Lebensweise und soziales Verhalten beleuchtet und in Zusammenhang gebracht.
So wird auch der Bogen zur kontroversen "Homöopathie-Debatte" gespannt, deren Hintergründe sichtbarer werden und konkreter Ausdruck eines verunsicherten Lebensgefühls sind.
Nach dieser vielschichtigen Einführung, die wegen der Komplexität des Themas HEILUNG und HOMÖOPATHIE einige Aspekte nur schlaglichtartig streifen kann, freut sich der Referent besonders über Fragen aus dem Publikum.
Die Interaktion mit der Zuhörerschaft sieht der Referent als die zentrale Kraft für einen lebendigen Abend!
Abschließend kann zusätzlich Vertiefendes und Persönliches in Einzelgesprächen stattfinden - auch im Rahmen eines gemütlichen Zusammenseins mit Getränk.
Wir bitten - wenn möglich - um kurze Nachricht per Tel oder Mail bezüglich Teilnahme wegen Planung bezüglich Bestuhlung und Bewirtung. Bringen Sie gerne auch Ideen zur Eigeninitiativen oder Mithilfe ein:
Claudia Ewert Joachim Wagner
yaou@gmx.de joachim-a-wagner@gmx.de
0173-9089120 0152-53937345
Wir freuen uns auf Ihr Erscheinen und einen anregenden Abend mit Ihnen !
Joachim Wagner (Referent)
17.01.2026:
Nach den ersten beiden Solo-Klavierabenden mit dem Konzert-Pianisten Michael Nuber diesmal nun ein Kammermusikabend mit Nuber und seinem neuen Cello Partner Daniel Éliás. Das Duo hat sich von ein paar Monaten gefunden und ist bereits zusammen aufgetreten.
Die zwei Hauptwerke des Konzertes sind die Cellosonate g-moll op. 5,2 von Ludwig van Beethoven und im zweiten Teil nach der Pause die erste Cellosonate e-moll op. 38 von Johannes Brahms.
Beethovens eher frühes und doch sehr ausgereiftes Werk dauert annähernd eine halbe Stunde, die Brahms Sonate ist zeitlich etwas kürzer, aber nicht weniger schwer gewichtig. Die ersten beiden Sätze der Sonate op. 38 (und ein später gestrichener langsamer Satz) entstanden im Jahre 1862, das Finale 1865, also in Brahms mittlerer Schaffensperiode.
Es wird wohl noch weitere kleinere Stücke zu hören geben - aber damit wollen die beiden Musiker das Publikum im Konzert überraschen und die Werke vorab nicht nennen ...
Unser "Hauskonzert" wird wieder etwa 60 Minuten reine Spielzeit umfassen - mit Pause also etwa 90 Minuten. Wir hoffen auf 25-35 Zuhörer - auch um die Fixkosten der Musiker durch Spenden der Besucher decken zu können.
Daniel Eliás
Daniel Éliás wurde 1982 in Debrecen, Ungarn geboren. Mit 8 erhielt er seinen ersten Cellounterricht und wurde nach dem Musikgymnasium an der Bela Bartok Pädagogischen Musikhochschule der Universität Miskolc in Ungarn auf-genommen, wo er 2002 im Landeswettbewerb für Streicher in Ungarn den 1. Preis erzielte und mit dem „Sonderpreis des ungarischen Rundfunks" ausgezeichnet wurde.
Daniel Éliás spielte projektweise im dortigen Sinfonie- und Kammerorchester. 2004 kam er als Erasmus- Stipendiat für ein Semester nach Aachen und studierte von 2005 an regulär bei Professor Hans-Christian Schweiker an der Musikhochschule Köln, Standort Aachen.

2007 wurde dem Cellisten wegen solistischer Mitwirkung in mehreren Opernprojekten der Musikhochschule ein Förderpreis des DAAD verliehen. Er besuchte zahlreiche Meisterkurse u.a. bei Miklós Perényi, Simon Standage, Andrea Noferini, Guido Schiefen, Massimo Paris und erhielt regelmäßigen Kammermusikunterricht von Kálmán Kostyál, einem Mitglied des renommierten Budapester Franz Liszt Kammerorchesters.
Nach erfolgreichem Studienabschluss im Jahr 2010 entwickelte Daniel Eliás seine spieltechnische Fähigkeiten bei Jonas Seeberg (langjähriger Solo-Cellist in mehrerer europäischen Orchester und Bach-Forscher) in Aachen weiter.
2018 und 2024 gab er zwei erfolgreiche Cello- Meisterkurse an der Musikhochschule Miskolc, Ungarn.
2019 erhielt er eine Förderung von der Hanns Voith Stiftung zum Erwerb eines Meister-Cellos.
Daniel Éliás ist an mehreren Musikschulen (u.a. in Schwäbisch Gmünd) als Lehrer für Cello und Kammermusik und des weiteren als Solist und Kammermusikpartner tätig.
Remszeitung 8.11.2025 - Auszug aus der Rezension zu dem Konzert Nuber / Eliás mit der Beethoven Sonate:
"Ein musikalischer Höhepunkt war die Aufführung von Beethovens Cellosonate Nr.2 in g-moll op.5,2 durch Daniela Elias, Cello-Lehrer an der Städtischen Musikschule und dem in Gmünd gut bekannten Pianisten Michael Nuber. Mit großer Ausdruckskraft und feinem Zusammenspiel ließen sie das Werk lebendig werden, in dem Beethoven Cello und Klavier als gleichberechtigte Partner gegenüberstellt. Elias überzeugte mit Virtuosität, warmem, intensiven Ton und sensibler Phrasierung, während Nuber am Flügel mit Klarheit, Energie und feiner Dynamik den Dialog meisterhaft gestaltete. Gemeinsam entfalteten sie ein spannungsreiches Wechselspiel zwischen Dramatik und lyrischer Ruhe – ein Auftritt, der das Publikum sichtlich berührte und mit langem Applaus belohnt wurde".
Impressionen in Bild und Wort
Persönlicher Bericht und Nachklang des Konzerts vom 17. Januar 2026 - von Joachim Wagner
"Gestern hatten wir also unsere vierte Veranstaltung - ein Hauskonzert mit dem Cellisten Daniel Éliás (eigentlich gehört auf das "E" und das "a" ein senkrechter Strich, denn sonst würde der Name ungarisch "Äliosch" und nicht "Eliasch" ausgesprochen) und abermals dem Pianisten Michael Nuber. Bisher habe ich als aufmerksamer und konstruktiv-kritischer Geist die vorherigen Veranstaltungen - betrachtet auf einer Skala von 1%-100% - in etwa bei 70%, 30% und 50% eingestuft. Ich habe dabei als Kriterien nicht Inhalt oder Qualität der Veranstaltung (also nicht die "Leistung" der Akteure) gewählt, sondern die quasi sozialen Aspekte wie Besucheranzahl, Spenden, Austausch und Interaktionen herangezogen - auch und besonders in Hinblick auf die Tragfähigkeit des Veranstaltungskonzeptes für die Zukunft in der Akzeptanz in der Region und der finanziellen Machbarkeit.
Mehr Gedanken zur der Idee in unserem Schwedenhaus als Veranstaltungsort zur Verfügung zu stellen auf "Tee im Schwedenhaus" und mehr zur konkreten Umsetzung unserer Schwedenhaus-Veranstaltungen auf der Unterseite "Veranstaltungskonzept".
Gestern war eindeutig ein 100% Abend ohne jegliche Abstriche - sowohl in den eben erwähnten Aspekten als auch künstlerisch:
Der Konzertraum war bis zum letzten Platz mit Zuhörern gefüllt (ca. 35 Personen, also ohne Musiker und Hausbewohner 30 Zuhörer). Es gab eine sehr hohe Spendenbereitschaft, sodass unsere sehr marginale Mindestgagen-Zusage für beide Musiker glücklicherweise deutlich aufgestockt werden konnte.
Was die verbindende Idee der Begegnung im Schwedenhaus angeht: es gab in der Pause und nach dem Konzert schöne und auch intensive Gespräche zwischen den Musiker und Zuhörern und auch mit uns Veranstaltern, welche uns auch motivieren und Ideen geben, unser Engagement fortzuführen.
Es war auch wieder für eine umfangreiche Bewirtung mit Getränken und diversen Häppchen usw. gesorgt . . .
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Aber für die Zuhörerschaft war sicherlich das Erfüllendste: es war hier ein einmaliges Konzert der Extraklasse zu erleben!
Als "professioneller Klassikliebhaber" und auch sogenannter Spezialist höre ich nun bereits seit mehr als 50 Jahren sehr intensiv, wenn auch meist anhand besonderer und auch älterer Aufnahmen, da mich Konzerterlebnisse oftmals unbefriedigt zurücklassen. Ich kenne somit einige "Wege der Erfüllung" bezüglich der zwei große Beethoven und Brahms Cello-Sonaten: erstere umfangreich, (früh)reif und vielschichtig - zweitere schwermütig, düster, leidenschaftlich expressiv und auch obsessiv (Finale).
Meine CD-Sammlung birgt eine zweistellige Anzahl an Aufnahmen von einigen legendären Cellisten (z.T. zudem in verschiedenen Aufnahmen), welche die gestern dargebotenen Werke eingespielt haben: Pablo Casals, Emanuel Feuermann, Gregor Piatigorsky, Janos Starker, André Navarra, Maurice Gendron, Zara Nelsova, Esther Nyffenegger, Leonard Rose, Pierre Fournier, Mstislav Rostropovich, Jaqueline Du Pré und sogar die Horn-Bearbeitungen der Brahms Sonate von Scott Brubaker (Originaltonart) und (phantastisch!) Alec Frank-Gemmill (eine kleine Terz höher nach g-moll transponiert, wodurch der Hornpart viel besser klingt).
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Die gestrige Umsetzung bzw. Interpretation der großen und auch kleinen Werke für Klavier und Cello - eines davon auch für Cello und Klavier ;-) - durch Daniel Eliás und Michael Nuber war musikalisch schlicht ein Traum und als Konzerterlebnis in allen Facetten der Wahrnehmung diesen eben genannten großartigen Schallplatten-Aufnahmen ebenbürtig. Oder anders formuliert: Die beiden Künstler haben alle Werke in ihrer vollkommenen Fülle (im doppelten Sinn) dem Publikum mitgeteilt - oder mit dem Publikum geteilt.
Hier ein paar konkrete Aspekte, welche beim Hörer keinerlei Wünsche offen gelassen haben:
- Die Wahl der Grundtempi und Temporelationen innerhalb und zwischen den einzelnen Sätzen (einzig der mörderische Finalsatz der Brahmssonate hätte etwas flüssiger und mit Zug nach vorne ausfallen können, aber angesichts der marginalen Probenzeit für diesen Satz - Daniel war zeitweise durch Krankheit verhindert - war das Ergebnis mehr als respektabel),
- die dynamische Anlage mit ihren expressiven ff und pp,
- die Balance zwischen Klavier und Cello (nicht nur in der Dynamik, sondern auch in Farben),
- die starke Phrasierung und superb klare Artikulation von Pianist und Cellist, welche jederzeit beide Instrumente in ihren Parts transparent durchhörbar machten,
- die motivische, harmonische, kontrapunktische und rhythmische Arbeit, wie auf einem Präsentierteller darboten - z.B. das Cello und die neue Gegenstimme und lange Spannungslinie im Klavier zu Beginn der Durchführung des Kopfsatzes beim Brahms (welcher eine sich quasi organisch entwickelnde Variationstechnik in höchster Meisterschaft schuf).
Bei der Intonation des Cellisten vergaß man Großteils, dass dieser mit der Linken ja jeden Ton exakt auf der Seite setzen muss. Also gab es für maximal gespitzte Ohren vielleicht zehn minimal verrutschte Töne - was bei einer Liveaufführung solch komplexer und auch technisch anspruchsvoller Werke nichts ist und von den Hörern wohl kaum wahrgenommen wurde, weil - und jetzt kommt das wohl Wichtigste - die beiden Musiker die zwei großen Sonaten und die Zugaben-Stücke (ein Lied ohne Worte voll Melos von Mendelssohn voll und ein virtuos spritziges Rondo von Boccherini - gespickt mit technischen Hinterhältigkeiten sowohl für den Cellisten als auch im Zusammenspiel) absolut erfüllt und leidenschaftlich und dennoch den Werken angemessen gespielt - nein: GELEBT haben.
Interpretatorische Traditionen wurden gewahrt (was mich sehr gefreut hat, denn nicht jede Musik muss auf den Kopf gestellt und neu erfunden werden) und auch die schiere physische Kraft des Durchhaltens der beiden langen Kopfsätze (jeweils etwa eine viertel Stunde, mit allen für die Proportionen so wichtigen Wiederholungen) und des Finales beim Brahms muss erwähnt werden.
Die Akustik des voll besetzten Raums in Wohnzimmergröße hat bei aller "Trockenheit" ausgezeichnet zur Besetzung und den Werken gepasst und einen vollen warmen Klang sowohl des Cellos als auch des Klaviers beschert. Die Intimität des Raums und die Nähe des Publikums zu den beiden Künstlern hat das Verbindende der Musik noch zusätzlich gesteigert.
Mit Nuber und Éliás haben sich zwei große Musiker gefunden, welche wunderbar harmonieren und die Stücke in Struktur, Klang und Aussage vollkommen durchdringen. Selbst in den renommiertesten Kammermusiksälen wird man selten solch ein musikalisches Erlebnis hören können - und zudem wohl kaum so hautnah: Für mich, der ich weniger als einen Meter neben dem Cellisten sitzen durfte, war das Sehen und Hören der erzielten Wirkung ein Füllhorn an Wahrnehmungen und Erkenntnissen über Bogenführung, Stricharten, Tongebung und die adäquate Umsetzung der unterschiedlichsten Spieltechniken und Klangfarben ...
Daniel Éliás hat ja schon von über 20 Jahren den "Sonderpreis des Ungarischen Rundfunks" bekommen - und nicht zu Unrecht ... und Michael Nuber hat auf dem Pfeiffer-Klavier schier Unfassbares rausgeholt. Seine Qualitäten als Kammermusikpartner würde ich gern viel öfters erleben dürfen. Ich hoffe, dass die beiden Musiker uns wieder beehren. Ich persönlich träume übrigens auch von einem Solo-Konzert mit dem Cellisten - vielleicht ja z.B. mit Cello-Werken von Bach, Reger, Kodaly, Weinberg oder Ligeti ...
Vielen Dank Daniel, vielen Dank Michael für diesen großartigen und unvergesslichen Abend!
Und vielen Dank an das phantastische Publikum, dass die Spannung absolut geräuschlos mit getragen und mit gelebt hat ...
20.09.2025:
Nach dem ersten Klavierabend mit dem Konzert-Pianisten Michael Nuber Ende 2019 und dem jähen Ende solcher Aktivitäten durch die kurz darauf hereinbrechende Corona-Zeit gibt es nun endlich ein weiteres "Hauskonzert" im privaten Rahmen mit etwa 60 Minuten reiner Spielzeit, an dem etwa 25-30 Zuhörer teilnehmen werden.
Dieser ebenfalls reine Klavierabend, den wiederum Michael Nuber bestreitet, bietet im ersten Teil ein rein skandinavisches Programm:
Carl Nielsen aus Dänemark mit 5 Stücken aus seiner frühen Zeit, die an ältere Romantiker erinnern wie Chopin oder deutsche Romantiker,
Edvard Grieg aus Norwegen mit zwei Walzer-Capricen, die noch mehr dem Salon verbunden sind als später der ursprünglichen Volksmusik und
Wilhelm Stenhammar aus Schweden, der bei uns leider völlig unbekannt ist, aber nicht nur zu den allerwichtigsten Schwedischen Komponisten zählt (und da hat Deutschland und die Welt noch Berwald, Alfvén, Atterberg, Pettersson zu entdecken!), sondern zu den ganz großen Spät- oder Nachromantikern Europas, der klassisches Formgefühl mit einer tiefen Empfindungswelt zwischen Brahms und den Impressionisten verbindet.

Die Sensommarnätter op. 33 sind ein Werk der Reife voller brahmscher Nachdenklichkeit und Herbstlichkeit (Nr.1 und 2), aber auch seltsam gefühlsdistanziert experimenteller Stimmung (Nr.3), welche an Bernard Herrmanns Filmmusiken für Hitchcock denken lässt. Eine stürmische aufgewühlte Nr.4 und eine Nr.5, welche im Wiegen leicht entfernt an das erste Thema aus Schuberts Ballettmusik Nr.2 aus Rosamunde erinnert. Michael Nuber spielt die Nummern 1, 5 und 2 in eben dieser Reihenfolge.
Im zweiten Teil erklingt eine der spannendsten Klaviersonaten Franz Schuberts: nach dessen erster - grob eingeordnet - eher als klassisch zu bezeichnenden Periode brachen sich Kompositionen kühner und ungeahnter Art Bahn: Schubert schrieb da viele Werke, welche nicht vollendet wurden. Meist wohl deshalb, weil der visionäre Wurf und die Anlage derart neue Horizonte aufrissen, dass dem Komponisten eine adäquate Vollendung versagt blieben. Es waren wie Skizzen zu einer klanglich und seelisch verstörenden Landschaft, welche der so früh verstorbene Komponist zu dessen Lebzeiten nicht ganz durchschreiten konnte. Das blieb dann Bruckner und Mahler vorbehalten, welche ein halbes bzw. dreiviertel Jahrhundert später Schuberts Ahnung zum Ziel führten - und welche wiederum für viele Jahrzehnte unverstanden blieben. In diesem Kontext betrachtet sind Schuberts Werke der Umbruchszeit schon fast Werke für den Hörer des 20ten Jahrhunderts - und tatsächlich: viele Komponisten der Moderne haben sich mancher fragmentarischen und enigmatischen Werke Schuberts angenommen - oder welcher, welche eine erweiterte Klanglichkeit evozieren: Zenders Bearbeitung der Winterreise und Berios Rendering sind wohl die bekanntesten, aber ebenso Haas´ Orchesterfassung der "Reliquie" ist phänomenal. Aber auch die Auseinandersetzungen durch andere Zeitgenossen wie Reimann, Henze, Schwertsik, Widmann, Rihm oder Schnebel legen Zeugnis dafür ab, wie offen für unserer Zeit die Kompositionen Schuberts sind.
Denn Schuberts rätselhafter Blick in weit Entlegenes gelangt in manchen Werken nicht über eine Einleitung oder die Fertigstellung von ein oder zwei Sätzen einer Sinfonie oder Sonate hinaus. Doch in den dieser Zeit entstandenen Kompositionen (egal ob vollendet der unvollendet) zeigte sich Schubert wohl von seiner innovativsten Seite überhaupt, bevor er in seinen letzten Werken bezüglich Neuartigkeit wieder einen kleinen Schritt zurücktrat, dafür uns aber eine Fülle an tiefer Empfindung hinterließ (Klaviersonaten D-Dur, A-Dur und B-Dur, Winterreise, Streichquartett G-Dur und Quintett C-Dur).
In dieser Zeit des Umbruchs entstand neben mehr oder weniger fragmentarischen Werken (u.a. die bekannte h-moll Sinfonie, die sogenannte "Unvollendete" und die faszinierende Klaviersonate C-Dur "Reliquie", welche ebenso wie die "Unvollendete" zweisätzig verblieb) auch die Klaviersonate a-moll D 784, welche zum Glück als fertiggestellt angesehen werden kann. Es ist die zweite der drei Sonaten in a-moll (1817, xxx und 1825)
Wenn man die zweisätzige C-Dur Sonate als Mahler-Vorboten bezeichnen könnte (besonders der zweite Satz erinnert sehr an die erste Nachtmusik aus dessen siebter Sinfonie - was in der Orchesterfassung von Georg Friedrich Haas noch deutlicher wird), so lässt die heute Abend gespielte a-moll Sonate in mancher Hinsicht manche Aspekte Bruckners hören. das Starre und Manische (das Hinkende schwer-leicht des Hautthema), das Meditative und im Verzicht Verschwindende, sich Auflösende (das zart Verklärte und am Ende herbe Seitenthema). Im Kopfsatz ist alles in der Entwicklung angedeutet und dennoch in der Ausführung der einzelnen Bilder sehr groß angelegt. Der zweite Satz atmet mehr Organisches und der dritte Satz als Finale macht die Sonate zu einem absoluten Meisterwerk Schuberts, da es hier keinen Abfall (wie leider hie und da in Schlusssätzen) der Höhe der Erfindungskraft gibt und die thematische Verarbeitung der vorhandenen Themen subtil wirkt und eine große Geschlossenheit der Komposition erzielt.
Die Veranstalter haben sich von Konzertpianisten Michael Nuber nach dem Skandinavischen Teil mit Komponisten aus Dänemark, Norwegen und Schweden (Finnland ist leider nicht vertreten) genau diese Sonate gewünscht, da ihm diese besonders zu liegen scheint.
Vor dem Konzert - Bestuhlung des kleinen "Konzertsaals"
Sehr bequeme Klappstühle für 14, eine Eckbank für 4 und eine Erweiterung im Küchenbereich für weitere 10 Zuhörer sind bestuhlt. Somit ist ein Konzertbesuch von knapp 30 Personen vorbereitet. Bis zu 10 weitere Sitzplätze können eingerichtet werden.
MICHAEL NUBER - Informationen zum Pianisten und Auszüge aus Rezensionen
Michael Nuber studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart bei Prof. Bernhard Kistler-Liebendörfer Klavier, Musikgeschichte bei Prof. Joachim Kaiser weitere Fächer bei den Professoren Uhde, Karkoschka, Gerlach und Gümbel. Seither konzertiert er sowohl als Solist und in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen (Klavierduo, mit Cello, Violine, Flöte sowie als Liedbegleiter) u.a. 20 Jahre mit dem Cellisten Kálmán Dobos und der Sängerin Eva Lebherz-Valentin.
Der Pianist gibt jährlich über 30 Konzerte - mit etwa 16 verschiedenen Programmen. Sie führten ihn unter anderem nach Rumänien (Bukarest und Mozartfestival in Klausenburg), in die Schweiz und viele Jahre nach Großbritannien. Wiederholt wurde er vom Herzog von Württemberg engagiert. Teilnahme am Festival „Europäische Kirchenmusik“ in Schwäbisch Gmünd mit einem Liszt-Programm, Engagements bei den Schlosskonzerten in Tettnang, Altshausen, Kunstschloss Hermsdorf/Dresden und Lindach. Beethovens 3. Klavierkonzert mit der Orchestervereinigung Schorndorf (Leitung Joachim Wagner) und mit „Concerto Konstanz“ im Konzilsaal in Konstanz. Schwerpunkte seines umfangreichen Repertoires bilden Bach, Beethoven (alle 32 Klaviersonaten), Schubert, Chopin (Gesamtwerk), Liszt, Skrjabin und Debussy.
Seit seinem 16. Lebensjahr widmet sich Michael Nuber auch der Komposition. Seither entstanden außer zahlreichen Klavierwerken einige Sonaten und Albumblätter für Flöte und Klavier, eine Fantasie für Cello und Klavier, ein Trio für Klavier, Flöte und Cello, eine Sonate für 2 Klaviere, ein Duo für Klavier zu 4 Händen sowie eine viersätzige Fantasie für Klavier als Psychogramm einer jungen Frau, die sich in einer ernsten Lebenskrise befindet. Bisher sind es 95 mit Opus-Nummern versehene Werke.
Außerdem schuf Michael Nuber viele Transkriptionen von Liedern von Schumann, Liszt, Fauré, Debussy und Ravel und weitere Bearbeitungen von Werken von Bach, Mozart, Schubert, Franck, Bruckner u.a.
„Michael Nuber ist ein Musik-Entrückter am Klavier. Wenn man ihm lauscht ahnt man, wie die vergangenen Fabelgestalten Liszt und Paganini ihr Publikum völlig verzaubern konnten, sodass man ihnen sogar nichtirdische Kräfte zuschrieb.“
(Remszeitung)

Sommer 2022:
Engagierte Menschen sehen sich oft quasi auf einer Gratwanderung zwischen den eigenen Visionen bzw. den eigenen Vorstellungen über richtiges und falsches Handeln auf der einen - und Toleranz und Verständnis gegenüber anders gelagerten Ansichten und Einstellungen und somit auch (manchmal auch schwer erträglichem) andersartigen Handeln anderer Menschen gegenüber.
Das zeigt sich aktuell ganz stark im politischen Diskurs vom Bundestag bis an den Stammtisch und in die Vereine und Familien hinein. Noch härter tritt wohl dieses Spannungs-Potenzial von Ethik, Moral, Verhalten, Rechtschaffenheit und eigenverantwortlichem Handeln in Glaubensfragen auf, da hier das Fundamentale und Existenzielle des Lebens an sich zur Disposition gestellt ist. Freiheit und soziale Einordnung, Verständnis des Sinn des Lebens, Schutz des Lebens, Schutz der Umwelt (und des Menschen auf dem Planeten Erde) usw. Ebenso auch die Einstellung zu Existenzrecht oder Status und Wertigkeit von Nationen, Volksgruppen und sozialen Fragen.
Glaube - derart definiert - betrifft JEDEN Menschen: ob Katholik, Protestant, Freikirchler, Moslem, Jude, Hindu, Brahmane, Buddhist, Taoist, Pragmatiker, Patchwork-Religiöser, Evangelikaler, Fundamentalist, Esoteriker, Internetblasen-, Verschwörungs-, Angst-, Befürchtungs- und Quergläubiger - oder auch ausgewiesener Atheist.

Im Frühsommer 2022 trafen sich im Schwedenhaus fünf Menschen, welche neugierig waren bei allem Trennenden der religiösen Einstellungen das Verbindende zu finden und worin die Chance liegt, trotz verschiedener Wahrnehmungen und Einstellungen das wertschätzende Miteinander und den sozialen Frieden zu wahren:
Ein evangelischer Pfarrer, zwei Zeugen Jehova (sehr unterschiedlich in ihrer persönlichen Sozialisation) und zwei Menschen (ebenfalls sehr unterschiedlich), welche Spiritualität weiter fassen als es
eine Religion tut.
Es war eine vielschichtige Erfahrung: Selbst fünf Menschen, welche offen und neugierig auf die Erlebniswelt des anderen sind (oder zumindest als offen und tolerant erscheinen) und auf jeden Fall friedfertig und reflektiert sind haben doch Mühe, die Unterschiedlichkeiten auf absoluter Augenhöhe wertungsfrei wahrzunehmen. Nicht dass sich das im Außen gezeigt hätte oder gar hitzig geworden wäre, aber in der Wahrnehmung meines eigenen Empfindens und auch in einem Nachgespräch erschien es mir eine Art Filter zu geben, welcher einen Blick ohne Einordnung als schwer erreichbar erscheinen lies.

Das Gespräch war mir persönlich darin besonders wertvoll, weil es die Wertschätzung füreinander und die Mühe, andere Sichtweisen anzusehen - egal ob man sie nun ganz versteht oder nicht - nicht gescheut hat. Und es gab tatsächlich einen Konsens, den alle Beteiligten zustimmen konnten: Alle fünf Menschen verbindet eine Sehnsucht ...
15.12.2019:
Die beiden Bewohner waren noch nicht ganz ins neue Schwedenhaus eingezogen - und schon fand hier eine sehr gut besuchte Konzertveranstaltung statt.
Die hohe Eile war einem aktuellen Anlass geschuldet, denn das Konzert lief im Rahmen des zu diesem Zeitpunkt schon fast beendeten Beethoven-Jahrs mit der bundesweiten Initiative "Beethoven bei uns", in der zu privaten Haus-Konzerten mit dessen Werken aufgerufen wurde.
Der Schwäbisch Gmünder Konzertpianist Michael Nuber konnte gewonnen werden, ein reines Beethoven Programm mit vier Klavierkompositionen zu spielen, die aus der frühen und mittleren Schaffensperiode des Komponisten stammen.
Der "Konzertraum" (Essbereich der Wohnküche) war mit etwa 30 Zuhörer voll besetzt.
Geplant war das Konzert als Auftaktveranstaltung einer fortlaufenden Reihe musikalischer, kultureller und sozialer Events, welche aber durch völlig die veränderten Umstände der kurz nach dieser ersten Veranstaltung aufgetretenen Corona Pandemie vereitelt wurden.

Der "Test", ob solch eine Veranstaltung in privaten Räumlichkeiten von Zuhörern angenommen würde und angemessen durchführbar sei erwies sich als voller Erfolg. Sowohl die Frage der zahlenmäßigen Unterbringung von 30 Personen in der Wohnküche, der geeigneten Akustik (für Sprache und Musik) und das klangliche Potenzial des Pfeiffer-Klaviers für diesen größeren Rahmen haben wohl alle Wünsche erfüllt.







